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Joost kündigt Strategiewechsel an

Man wolle künftig vor allem als Technologie-Anbieter und White-Label-Video-Plattform-Lieferant für andere Unternehmen auftreten, teilte die Firma am Dienstagabend mit.

01.07.2009, 08:37 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Der Internet-Videodienst Joost, der einst als die "Zukunft des Fernsehens" gehandelt wurde, ändert wegen geschäftlicher Probleme seine Strategie. Joost wolle künftig vor allem als Technologie-Anbieter und White-Label-Video-Plattform-Lieferant für andere Unternehmen auftreten, teilte die Firma am Dienstagabend mit. Das Video-Angebot unter joost.com soll parallel erhalten bleiben - zumindest vorerst.
Neuer Schritt
Bisher war das Geschäft auf Verbraucher ausgerichtet und sollte angeblich in Kürze auch in Deutschland starten. Doch jetzt kommt alles ganz anders. Sogar der Firmenchef wird ausgetauscht. Auf Mike Volpi, der sich beim Netzwerk-Giganten Cisco einen Namen gemacht hatte, folgt der bisher für Technologie zuständige Matt Zelesko. Schon im April 2008 hatte es Berichte über einen bevorstehenden Rückzug von Joost gegeben.
Mit dem Strategiewechsel ist auch ein Stellenabbau bei den bisher rund 100 Mitarbeitern verbunden. Zahlen dazu nannte Joost nicht. Joost war 2006 von den Gründern des Internet-Telefoniedienstes Skype und der Musiktauschbörse Kazaa, Niklas Zennstrom and Janus Friis, gestartet worden. Allein das hatte dem Startup schon viel Aufmerksamkeit gesichert. Die Idee war, ein legales werbefinanziertes Videoangebot mit hoher Bildqualität aufzubauen. Branchenbeobachter spekulierten anfangs, Joost könnte zu einer ernsthaften Konkurrenz für traditionelles Fernsehen werden.
Doch das Geschäft von Joost kam nie so recht in Schwung. Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen musste man anfangs die Joost-Software auf dem Computer installieren, während die Verbraucher eher wie beim Konkurrenten YouTube die Videos direkt im Internet-Browser sehen wollten. Volpi, der im Mai 2007 an die Joost-Spitze kam, änderte dies.
Rechteverhandlungen kompliziert
Doch das zweite Problem war deutlich gravierender: Deals für attraktive Inhalte blieben Mangelware. So setzten die großen US- Fernsehketten im wichtigen amerikanischen Markt lieber auf den Verkauf in Apples Online-Store iTunes oder den eigenen werbefinanzierten Internet-Dienst Hulu.

(Hayo Lücke)

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