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"Jeder Klick bedeutet Reichweite": Google mahnt Verlage zur Kooperation

Unter Schlagzeilen wie "Angst vor Google" haben sich viele Zeitungsartikel kritisch mit dem Internet-Konzern auseinandergesetzt. In der "FAZ" antwortet Google-Spitzenmann Eric Schmidt auf die Vorwürfe.

12.04.2014, 12:01 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt hat die Presseverlage in Deutschland zu einer Zusammenarbeit mit Google aufgefordert. In einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) verwies Schmidt auf die "profitable Partnerschaft" seines Unternehmens mit dem Medienkonzern Axel Springer zur automatisierten Vermarktung von Werbeplätzen im Web und auf Mobilgeräten.

Schmidt: Verlage profitieren auch von Google

Gleichzeitig kritisierte der ehemalige Konzernchef die Versuche von Pressehäusern, Google wegen der Verwendung von Verlagsinhalten in Diensten wie Google News zur Kasse zu bitten. "Andere Verlage scheinen (...) leider noch immer zu glauben, dass ihre Zukunft im Ruf nach plumper Regulierung liegt, indem man Gebühren für Links zu ihren Artikeln verlangt oder Wettbewerbsklagen gegen Facebook, Amazon und uns anstrengt."

Schmidt verwies darauf, dass in Deutschland nach einer Studie des IW Köln im Zeitraum von 2007 bis 2011 mehr als 28.000 Unternehmen mit Hilfe von Google-Produkten gegründet wurden. Auch Verlage profitierten davon: "Monat für Monat leitet Google mehr als zehn Milliarden Klicks an Verlage weiter." Jeder Klick bedeute eine zusätzliche Möglichkeit für Verlage, ihre Reichweite zu erhöhen und den Umsatz auszuweiten. Allein 2013 habe Google neun Milliarden Dollar an seine Werbepartner ausgeschüttet. "Innovation und neue Geschäftsmodelle, nicht Subventionen und Regulierung sind der beste Weg in die Zukunft", schrieb Googles Verwaltungsratschef.

Google will für "Snippets" kein Geld bezahlen

Schmidt bezieht sich mit seinen kritischen Bemerkungen unter anderem auf das Leistungsschutzrecht für Presseverleger (LSR). Es ermöglicht in Deutschland den Verlagen, für die Veröffentlichung von Inhalten aus Zeitungsartikeln im Web eine Lizenzgebühr zu erheben. Suchmaschinen dürfen "einzelne Wörter und kleinste Textausschnitte" lizenzfrei nutzen. Google lehnt es kategorisch ab, für solche Snippets" Geld zu bezahlen.

Zu den engagierten Befürworter des LSR in Deutschland gehört auch Google-Werbepartner Axel Springer. Eine von Springer und Burda geführte Gruppe von Verlagen hatte sich Anfang des Jahres an der Verwertungsgesellschaft VG Media beteiligt, um die Ansprüche aus dem LSR rechtlich und finanziell durchzusetzen. Es wird erwartet, dass der VG-Media-Beirat in einigen Wochen die Strategie zur Durchsetzung der LSR-Ansprüche formuliert, einen Tarif veröffentlicht und Firmen wie Google Lizenzverhandlungen anbietet.

(Jörg Schamberg)

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