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Jede vierte Software in Deutschland raubkopiert

Der Anteil raubkopierter Software ist einer Studie zufolge in der EU konstant geblieben. Weltweit habe der verursachte Schaden auf rund 39 Milliarden Euro zugelegt.

13.05.2009, 10:01 Uhr (Quelle: DPA)
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Rund ein Viertel der in Deutschland eingesetzten Software ist laut einer Studie raubkopiert. Der Anteil sei 2008 mit 27 Prozent konstant geblieben, die geschätzten Umsatzeinbußen für die Hersteller seien wegen des wachsenden Marktes auf 1,55 Milliarden Euro gestiegen, erklärte die Business Software Alliance (BSA) am Dienstag in München.
Weltweit rund 40 Prozent
Weltweit habe der Schaden von 48 auf 53 Milliarden Dollar (39 Milliarden Euro) zugelegt. Das entspreche 41 Prozent der eingesetzten Programme (2007: 38 Prozent). Die US-Marktforschungsfirma IDC hatte die Zahlen erhoben.
Den globalen Zuwachs führt die BSA - eine Interessenvertretung der Softwarehersteller - darauf zurück, dass der PC-Markt in wachstumsstarken Ländern boomt. Dort seien Raubkopien besonders stark verbreitet. In den Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China machten sie laut Studie 73 Prozent der eingesetzten Software aus und summierten sich auf 15,3 Milliarden Dollar (11,2 Milliarden Euro). In der Europäischen Union blieb die sogenannte "Piraterierate" mit 35 Prozent konstant, der geschätzte Schaden wuchs von 8,8 auf zehn Milliarden Euro. Den mit 20 Prozent geringsten Anteil an raubkopierter Software verzeichnete IDC in den USA. Das entspreche einem verlorenen Umsatz von 9,1 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro).
Die BSA erwartet, dass die Software-Piraterie in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. In den Schwellenländern erhielten viele Endverbraucher und Kleinunternehmen Zugang zum Internet - gerade diese Gruppen setzten gewöhnlich mehr Raubkopien ein als etwa größere Firmen und Behörden.
Zahlen ungenau
Die BSA lässt das Ausmaß der Software-Piraterie in mehr als 100 Ländern jährlich untersuchen. Dafür ermitteln die IDC-Marktforscher die Zahl der verkauften Computer und schätzen den durchschnittlichen Softwarebedarf. Der für die Branche entstehende Schaden ergibt sich aus der Differenz zwischen dem vermuteten Bedarf und der auf legalem Wege verkauften Software. Dabei sind allerdings Ungenauigkeiten möglich: Zum Beispiel gibt es zu vielen Kaufprogrammen kostenlose Alternativen auf Open-Source-Basis.

(Michael Posdziech)

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