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Japan: Laut BSA größter Software-Piraterie-Fall

Die Japaner sind seit diesem Jahr nicht nur im Frauenfußball Weltmeister, sondern dürfen sich laut der BSA jetzt auch den Titel "Größter Fall von Software-Piraterie weltweit" in die Vitrine stellen. Deutschland ist damit entthront.

08.10.2011, 14:01 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Wie die BSA (Business Software Alliance) berichtet, ist der größte Fall von Software-Piraterie weltweit bekannt geworden. Ein Unternehmen mit Sitz in Japan hat laut Angaben der Vereinigung 437 Millionen Yen (etwa 4,2 Millionen Euro) an die betroffenen BSA-Mitglieder zahlen müssen.

1.300 unlizenzierte Versionen

Bei der Durchsuchung der Geschäftsräume des japanischen Unternehmens wurden über 1.300 unlizenzierte Versionen von Adobe Photoshop, Microsoft Office sowie der 3D-Animationssoftware Autodesk Maya gefunden. Angeregt wurde die Untersuchung durch einen Anruf bei der japanischen BSA-Piraterie-Hotline. Laut Angaben der BSA haben sich das japanische Unternehmen sowie die geschädigten Konzerne auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt.

Bisheriger "Rekordhalter": Deutschland

BSA-President und Chief Executive Officer Robert Holleyman äußert frustriert: "Es ist enttäuschend, dass ausgerechnet in einem Land, das seit Jahren eine der niedrigsten Piraterieraten weltweit hat und das zu den bedeutendsten Standorten der IT-Industrie zählt, ein solcher Missbrauch von geistigem Eigentum stattfindet. Auch der bisherige Rekordfall stammt aus einem Land, dessen Wirtschaft ganz entscheidend von geistigem Eigentum, Forschung und Entwicklung profitiert: hier in Deutschland verpflichtete sich 2007 ein Medienunternehmen für den Einsatz unlizenzierter Software zur Zahlung von 2,5 Millionen Euro an die BSA und ihre Mitglieder. Dies zeigt: Piraterie ist nicht nur ein Problem von Schwellenländern, sondern bleibt auch in entwickelten Märkten relevant."

Auch der Vorsitzenden des BSA-Komitees Japan, Sanae Matsuo, zeigt sich erstaunt: "Der größte Fall der Welt ging über die BSA Hotline ein. Wir sind immer wieder überrascht von der großen Zahl von Hinweisen auch auf große Organisationen, die in Software-Lizenz-Verstöße verwickelt sind. Und das, obwohl das Verständnis und Wissen rund um Urheberrecht und geistiges Eigentum relativ gut entwickelt ist. Wir hoffen, dass dieser Fall die rechtlichen Risiken beim Einsatz von unlizenzierter Software wieder ins Gedächtnis ruft."

(Marcel Petritz)

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