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Jajah: Telefonwerbung bringt Freiminuten

Mit einem neuen Angebot will Jajah den VoIP-Markt umkrempeln. Kunden, die bereit sind, Werbung vor einem Telefonat als Freizeichen-Ersatz zu akzeptieren, erhalten als Gegenleistung Gesprächsguthaben.

06.11.2007, 11:26 Uhr
Internettelefonie© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Werbefinanzierte, kostenlose Telefonate gibt es bei VoIP schon seit längerem. Mit einem neuen Angebot macht jetzt das österreichische Kommunikationsunternehmen Jajah mit Sitz im US-amerikanischen Silicon Valley auf sich aufmerksam. Hier kann ab sofort das herkömmliche Freizeichen durch einen zehn bis 15 Sekunden langen Werbe-Jingle ersetzt werden. Kurze Ansagen, wie etwa ein freundliches "Dieser Anruf wird Ihnen von onlinekosten.de durchgestellt" sollen beim Anrufer für Aufmerksamkeit sorgen. Das wirklich Neue daran ist, dass der Nutzer, der die Werbebotschaften akzeptiert, für jeden Jingle Gesprächsguthaben bekommt.
Keine Werbeunterbrechungen
Der Vorteil bei dieser Form der Telefonwerbung ist Jajah zufolge die individuelle Entscheidung der Kunden, ob und wie viel Werbung sie akzeptieren. Ein weiterer Pluspunkt sei der direkte Nutzen aus der Werbung in Form kostenfreier Gesprächsminuten. Dabei erhofft sich das Unternehmen eine hohe Aufmerksamkeit beim Hören der Werbe-Jingles, während der Anrufer aufs Freizeichen wartet. Auf nervige und störende Werbeunterbrechungen inmitten eines Telefonates verzichtet Jajah dabei. Wird das Telefonat am PC geführt, erscheint ein Werbebanner auf dem Bildschirm. Bei einem Handy kann zusätzlich eine SMS mit einem "Call for Action" zugestellt werden.
Personalierung der Werbebotschaft
Laut Jajah-Mitbegründer Roman Scharf eröffnet die neue Idee Werbetreibenden eine ganze Reihe an Möglichkeiten: So könne das Unternehmen detailliert festlegen, an wen die Telefonwerbung gesendet wird. Zu den Auswahlkriterien gehören dabei die Stadt oder Region, das Alter, das Geschlecht, der Familienstand, die ethnische Zugehörigkeit, die Muttersprache, die Ausbildung, der Beruf, die finanzielle Situation, die Zusammensetzung des Haushaltes, Hobbies und Freizeitaktivitäten, sowie nicht zuletzt das Telefonierverhalten wie Uhrzeiten und Rufziele. Ob diese Personalisierung der Werbebotschaften auch im Sinne der Verbraucher ist, ist allerdings fraglich. So stellte das US-Unternehmen PuddingMedia kürzlich ein bislang experimentelles Angebot vor, kostenlose VoIP-Gespräche abzuhören und passend zu bestimmten Stichworten der Gesprächspartner Werbung auf dem Bildschirm einzublenden - gewissermaßen kostenlos plaudern gegen Abhörgenehmigung.

(Michael Friedrichs)

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