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IT sucht Personal: 40 Prozent mehr freie Stellen

Die knappen Jahre scheinen vorbei. Doch mit steigender Konjunkturkurve kehrt ein altes Problem zurück: Der Fachkräftemangel. Jedes zweite IT-Unternehmen sieht einen Mangel an Mitarbeitern, so eine Bitkom-Studie.

24.10.2010, 13:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Mangel an Fachkräften in der IT-Branche ist nach Angaben des Verbandes Bitkom in diesem Jahr um 40 Prozent auf 28.000 offene Stellen gestiegen. Das geht Präsident August-Wilhelm Scheer zufolge aus einer Bitkom-Studie hervor, die er am Dienstag vorstellte.

ITK-Branche ist zweitgrößter Arbeitgeber

Fast die Hälfte aller Befragten unter 1.500 IT-Unternehmen sieht einen deutlichen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern, so Scheer. Wesentlicher Grund neben den "Schwächen des deutschen Bildungssystems" sei der steigende Bedarf an hochqualifizierten Kräften.

Zugleich beschäftige die Branche in diesem Jahr so viele Menschen wie nie zuvor, betonte Scheer. Mit 843.000 Arbeitsplätzen sei die ITK-Branche nach dem Maschinenbau der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland, noch vor der Elektro- und Automobilindustrie.

Scheer: CSU heizt Debatte wird "emotional auf"

Aktuell gebe es mit 28.000 offenen Stellen für IT-Experten rund 8.000 mehr als noch 2009. Insgesamt 11.200 davon entfallen in diesem Jahr auf die Kernbereiche Informationstechnik und Telekommunikation (ITK), die übrigen auf andere Wirtschaftszweige.

Der Verband unterstütze die Initiative von Bundesbildungsministerin Annette Schavan ausdrücklich, die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zu beschleunigen. Die Einschätzung und Anerkennung von Qualifikationen sei in der Industrie bereits eher unproblematisch. Auch fließendes Deutsch sei nicht immer zwingend, in vielen Bereichen sei Englisch ohnehin die Arbeits- Sprache.

Scheer kritisierte die jünsten Äußerungen von CSU-Chef Horst Seehofer. Die Debatte werde "emotional aufgeheizt". Stattdessen brauche die Branche eine "Kampagne im Wettbewerb um die besten Köpfe der Welt". Die "unerträgliche Debatte" um einen Zuwanderungsstopp müsse umgehend beendet werden, so Scheer.

Konjunktur-Hoch verschärft Run auf "beste Köpfe"

"Mit der konjunkturellen Erholung kommt das Fachkräfteproblem mit voller Wucht zurück", sagte Scheer. Vor allem Software-Entwickler und Mitarbeiter für den internen IT-Support seien gefragt.

Neben weiteren Maßnahmen zur Reform des deutschen Bildungssystems könne eine Behörden-übergreifende Marketing-Kampagne Deutschland wieder attraktiv machen.

"Wir müssen uns um die besten Fachkräfte bemühen, die kommen nicht automatisch", sagte Scheer. Deutschland habe keine Universität, die unter den 20 besten der Welt rangiere.

(Dorothee Monreal)

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