News

Iranischer Präsident: "Wir sollten das Internet nicht als Gefahr sehen"

Der als moderat geltende iranische Präsident Hassan Ruhani hat sich für mehr Internet-Freiheit im Iran ausgesprochen. Ihm und seiner Regierung stehen allerdings die konservative Zensurbehörde und der Klerus gegenüber, die soziale Netzwerke verbieten wollen.

19.05.2014, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat erneut mehr Internet-Freiheit in seinem Land gefordert. "Wir sollten das Internet nicht als Gefahr sehen, sondern als nützliches neues Kommunikationsmittel", sagte er am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna und forderte vom Klerus weniger Engstirnigkeit in dieser Frage.

Ruhani für Aufhebung der Internetzensur

"Das Internet gibt es schon seit Jahrzehnten, und kein Iraner hat seither seine Identität verloren." Es habe auch Zeiten gegeben, da hätten die gleichen Kritiker ernsthaft geglaubt, dass Jugendliche sofort vom Glauben abfielen, wenn ein Videorekorder auch nur ans Fernsehgerät angeschlossen würde.

Ruhani, der als moderat gilt, setzt sich mit seiner Regierung für eine Aufhebung der Internetzensur ein. Aus seiner Sicht sollten alle Iraner freien Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter haben. Das islamische Establishment wertet diese Netzwerke jedoch als Spionageapparate der USA und bezichtigt Mitglieder der Sünde. Erst Anfang Mai hatte es wegen eines Verbots des Kurznachrichtendienstes WhatsApp Streit zwischen der Regierung und der Zensurbehörde gegeben.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang