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iPad: Preis-Verwirrung durch Urheberrechtsabgabe

Zum Wochenende herrschte Verwirrung um die deutschen iPad-Preise. Ob nun die Urheberrechtsabgabe aufgeschlagen wird oder nicht, ist noch unklar. Die GEMA will jedenfalls nicht der Sündenbock sein, die ZPU werde einen eigenen iPad-Tarif aufstellen.

10.05.2010, 15:32 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Verwirrung um die iPad-Preise: Apple bietet in Deutschland nun doch mehrere Modelle seines Tablet-Computers ohne einen Aufschlag für eine Urheberrechtsabgabe an. Nachdem der Elektronikkonzern am Freitag erklärt hatte, alle iPad-Modelle seien 15 Euro teurer als in anderen europäischen Ländern, weil in Deutschland eine pauschale Abgabe für Verwertungsgesellschaften fällig werde, erschienen am Montag die kleinen und mittleren iPad-Modelle mit 16 und 32 Gigabyte Speicher im Apple-Onlineshop jedoch zu den Preisen, die in den europäischen Ländern mit vergleichbaren Mehrwertsteuersätzen verlangt werden. Nur die beiden größten Modelle mit 64 Gigabyte Speicher sind 15 Euro teurer als beispielsweise im französischen Apple-Shop. Die Verwertungsgesellschaft GEMA, die in ihrer Pressekonferenz am Montag insbesondere auf den Abbruch der Verhandlungen mit YouTube einging, verwahrte sich gegen die Darstellung, sie habe den Preisaufschlag für die iPads verlangt.

GEMA will nicht der Sündenbock sein

"Wir wollen nicht als Sündenbock herhalten", sagte GEMA-Direktor Urban Pappi. Richtig sei, dass für "Personal Computer ohne Brenner" ab 40 Gigabyte Speicher ein Aufschlag von 12,15 Euro fällig werde. Es sei aber unklar, ob das iPad in irgendeiner Ausführung überhaupt in diese Kategorie falle. "Apple hat sich nicht bei uns gemeldet." Die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ), ein Zusammenschluss der Verwertungsgesellschaften in Deutschland, werde für die iPad-Modelle zukünftig einen eigenen Tarif aufstellen, kündigte die GEMA an. "Die Voraussetzungen hierfür liegen aber derzeit noch nicht vor."

Apple: Preis-Wirrwarr ist ein Irrtum

Apple begründete das Hin und Her mit einem Irrtum. In einer E-Mail an das Blog "Macerkopf" erläuterte Apple-Chef Steve Jobs die Änderung der iPad-Preise in Deutschland wie folgt: "Wir haben an diesem Wochenende herausgefunden, dass das iPad nicht der deutschen Urheberabgabe unterliegt, wie wir zuvor angenommen hatten", antwortete Jobs den Bloggern.

Währenddessen legten auch die Mobilfunk-Provider ihre Preise für UMTS-Verbindungen mit dem iPad vor: Vodafone bietet für 20 Euro im Monat einen Datentarif mit 200 Megabyte. Für 30 Euro erhalten die Kunden ein unbegrenztes Datenvolumen. Die Telekom bietet iPhone-Kunden, die bereits einen mittleren oder großen "Complete"-Vertrag haben, eine Daten-Flatrate für das iPad an, in der auch WLAN-Zugänge enthalten sind. O2 offeriert drei Tarif-Varianten für das iPad: 200 Megabyte für 10 Euro im Monat, ein Gigabyte für 15 Euro und ein unbegrenztes Volumen für 25 Euro. Zuvor hatten Anbieter wie Fonic spezielle Tarife für das iPad veröffentlicht.

(Saskia Brintrup)

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