News

Interview: Skype Pro ist "verlockend"

Gestern gab der beliebte VoIP-Anbieter den Start seines neuen Produkts Skype Pro bekannt. Wir haben mit Skype-Vizepräsident und Produktmanager Stefan Öberg gesprochen.

21.02.2007, 19:01 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Seit gestern bietet VoIP-Anbieter Skype ein neues Produkt, mit dem insbesondere Vieltelefonierer angesprochen werden sollen. Skype Pro heißt das neue Angebot, das bereits im Dezember angekündigt wurde. Für 2,30 Euro im Monat erhalten Kunden damit eine Quasi-Flatrate: Sie zahlen für Anrufe ins Festnetz des jeweiligen Landes nur noch eine Verbindungsgebühr von 4,50 Cent pro Gespräch. Minutenpreise fallen hingegen bei Anrufen zu allen übrigen Zielen an. Ein Nachteil: Neuerdings berechnen die Luxemburger für alle SkypeOut-Gespräche die Verbindungsgebühr von 4,50 Cent, womit sich nur noch längere Telefonate wirklich lohnen.
Konkurrenz reagiert
Auch die Konkurrenz hat bereits auf das neue Skype-Angebot reagiert. So bietet VoipBuster, ein Ableger der Betamax GmbH, jetzt ebenfalls ein Produkt mit dem Zusatz "Pro" an. Der Service geht damit in offensichtliche Konkurrenz zu Skype, wie ein Blick auf die Website zeigt. Hier zahlen Kunden für ein ganzes Jahr zehn Euro, während es bei Skype nur fünf Monate sind, und können dafür zahlreiche Festnetze weltweit anrufen. Die Verbindungsgebühr pro Gespräch ist identisch zum Angebot der Luxemburger. Wie beim Einführungsangebot von Skype, so sind auch hier in dem Betrag bereits fünf Euro Gesprächsguthaben enthalten. VoipBuster Pro unterliegt dabei dem so genannten "fair use"-Prinzip: Die Nutzungsbedingungen geben eine maximale Nutzung von 300 Minuten pro Woche vor.
Begeisterung bei Skype
Skype-Vizepräsident und Produktmanager Stefan Öberg ist natürlich begeistert vom neuen Produkt seines Unternehmens. "Skype Pro ist ein einfaches, erschwingliches, sorgenfreies VoIP-Paket. Es kombiniert das Beste aus unseren kostenlosen Services und den kostenpflichtigen Produkten und bietet zudem in 15 Ländern Gespräche ohne Minutenpreise", so Öberg. "Nimmt man alles zusammen, die kostenlosen Features wie Video, Instant Messaging, Filesharing und Konferenzschaltungen sowie die kostenpflichtigen Aspekte, so ist das Angebot wirklich verlockend." Wie sich der Tarif jedoch für Skype rechnet oder was die Luxemburger vom Konkurrenzprodukt VoipBuster Pro halten, das wollte Öberg nicht kommentieren. Dennoch haben wir ihn dazu gebracht, uns ein paar Einzelheiten zu Skype Pro zu verraten und ein bisschen aus dem Skype-Nähkästchen zu plaudern. So gibt es auch hier ein "fair use"-Prinzip, das jedoch weiter gefasst ist als bei VoipBuster Pro. Sein Blick auf die Zukunft seines Unternehmens fällt natürlich rosig aus. Lesen Sie hier unser komplettes Interview mit Stefan Öberg, Vizepräsident und Produktmanager bei Skype.
Stefan Öberg,
Vicepresident und General Manager Telecoms bei Skype

onlinekosten.de: Was wird mit Vieltelefonierern passieren? Gibt es eine "fair use"-Vereinbarung in den AGB oder wird es Zwangstrennungen geben?
Öberg: Ja, es gibt eine "fair use"-Regelung und sie beschränkt die Nutzung auf 3.000 Minuten pro Monat. Für die Skype-Nutzer, die lange Telefonate führen, ist Skype Pro perfekt, weil es eine gute Leistung für ihr Geld liefert.
onlinekosten.de:Wird diesem Angebot noch eine echte Flatrate folgen, wie sie kürzlich in Kanada und den USA eingeführt wurde?
Öberg: Nein, wir haben im Moment keine Pläne in dieser Richtung.
onlinekosten.de: Wie lange werden Kunden bei Skype Pro an den Vertrag gebunden sein?
Öberg: Es gibt keine Mindestvertragslaufzeit bei Skype Pro. Kunden können jederzeit von der Vereinbarung zurücktreten.
onlinekosten.de: Wie geht es dem Unternehmen Skype heute?
Öberg: Skype wächst fortwährend mit einer phänomenalen Rate. Vor 14 Monaten hatten wir noch 54 Millionen registrierter Nutzer weltweit. Jetzt sind es mehr als 171 Millionen und die Zahl der Neukunden nimmt täglich zu. Skype bietet seit 2004, als SkypeOut gestartet wurde, kostenpflichtige Produkte an. Wir bemühen uns ständig um neue Services, die unserer Benutzergemeinde gefallen und ihnen eine bessere Leistung bieten, wenn es darum geht, mit Freunden, Familie und Kollegen weltweit in Kontakt zu bleiben. Internet Kommunikation ist nicht mehr nur auf simple Anrufe übers Netz beschränkt. Man kann so viel mehr mit Skype machen. Wenn wir uns ansehen, wie die Leute Skype heute nutzen, zeigt sich, dass sie gern Ideen, Gedanken und Interessen gemeinschaftlich teilen. Skype bietet dafür jetzt viele Funktionen, von Instant Chats über Filesharing bis zu Stimmungsmeldungen.
onlinekosten.de: Wie sehen die Zukunftsperspektiven aus? Wo sehen Sie Skype in fünf Jahren?
Öberg: Wir möchten das weltweit größte Unternehmen für Internet-Kommunikation der nächsten Generation werden. Wir glauben, dass Skype besser ist als ein Telefon, weil man so viel mehr mit Skype machen kann, wenn man mit anderen Skype-Nutzern oder Freunden, Familie und Kollegen spricht. In Europa beispielsweise gehen 45 Prozent der Internet-Nutzer täglich online (Quelle: EIAA), das zeigt, wie stark der Einfluss des Internets in unserem täglichen Leben geworden ist. Wir glauben, dass dieser Trend fortgesetzt wird. Wir sind sehr glücklich über die Popularität von Skype und hoffen, dass wir weiter unsere Vision verfolgen können, weltweite Gespräche zu ermöglichen.
onlinekosten.de: Herr Öberg, vielen Dank für das Interview.

(Aleksandra Leon)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang