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Interpol sucht weltweit nach Kinderschänder

Bildbearbeitungsexperten des BKA machen verschleiertes Gesicht eines mutmaßlichen Kinderschänders sichtbar. Fotos online abrufbar.

08.10.2007, 16:44 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Die internationale Polizeibehörde Interpol fahndet erstmals weltweit nach einem mutmaßlichen Pädophilen. Der Mann werde verdächtigt, Fotos im Internet zu verbreiten, auf denen er sich an Kindern vergehe, teilte Interpol am Montag im französischen Lyon mit.
Fotos sollen Täter überführen
Die Behörde rief Zeugen in aller Welt auf, den Verdächtigen zu identifizieren. Grundlage ist ein durch das Bundeskriminalamt (BKA) hergestelltes Fahndungsfoto, das auf der Interpol-Website gezeigt wird. Demnach ist der Mann auf etwa 200 im Netz verbreiteten Bildern mit mindestens zwölf verschiedenen Jungen zu sehen, von denen die jüngsten gerade einmal sechs Jahre alt sein dürften.
Die Bilder wurden wahrscheinlich in Vietnam und Kambodscha aufgenommen, wie Interpol erklärte. Nationalität und Identität des mutmaßlichen Täters sind jedoch nicht bekannt, da er sein Gesicht auf den Fotos vor deren Verbreitung stets digital unkenntlich gemacht hatte. Bildverarbeitungsexperten des BKA gelang es dennoch, einige verwertbare Bilder von dem Täter herzustellen. Es handele sich um einen zur Tatzeit 2002 und 2003 etwa 30- bis 35-jährigen Mann europäischer oder nordamerikanischer Herkunft, erklärte das BKA in Wiesbaden. Demnach wäre der Mann heute Mitte bis Ende 30. Laut Interpol reist der Mann vermutlich um die Welt, um seine sexuellen Neigungen zu befriedigen.
Bisherige Fahndung ergebnislos
BKA-Ermittler der "Zentralstelle für anlassunabhängige Recherchen im Internet" waren nach Angaben einer Sprecherin Ende 2004 auf die Fotos gestoßen. Seither sei das sonstige polizeiliche Instrumentarium erfolglos ausgeschöpft worden, sagte sie, so dass Interpol sich nun für den weltweiten Fahndungsaufruf entschieden habe.
"Es ist eine Premiere, dass die Organisation einen solchen Aufruf veröffentlicht", erklärte Interpol-Generalsekretär Ronald Noble. "Wir haben mit allen möglichen Mitteln versucht, ihn zu identifizieren und ihn der Justiz zu überstellen. Aber wir sind jetzt überzeugt, dass dieser Sextäter ohne Hilfe der Öffentlichkeit weiter Kinder vergewaltigen und sexuell missbrauchen kann." Wer den Mann erkenne, solle sich umgehend mit der örtlichen Polizei oder der jeweiligen Interpol-Stelle in seinem Land in Verbindung setzen.

(Hayo Lücke)

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