ARD/ZDF-Onlinestudie 2016

Internetnutzung: Zwei Drittel der Deutschen gehen per Smartphone online

Über zwei Stunden sind die Deutschen im Schnitt online, 58 Millionen Internetsurfer gibt es inzwischen hierzulande. Die mobile Internetnutzung nimmt weiter zu. Das sind Ergebnisse der jetzt veröffentlichten ARD/ZDF-Onlinestudie 2016.

Jörg Schamberg, 12.10.2016, 13:10 Uhr
HandynutzungInsbesondere die jüngere Generation nutzt das Smartphone für den Internetzugang.© Elenathewise / Fotolia.com

Frankfurt/Mainz – Die Internetnutzung in Deutschland ist in diesem Jahr um vier Prozent gestiegen. Mit 58 Millionen Nutzern surfen im Vergleich zum Vorjahr zwei Millionen Deutsche mehr im Netz. Damit sind 84 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung online. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten "ARD/ZDF-Onlinestudie 2016" hervor, die im Auftrag der ARD/ZDF-Medienkommission erstellt wurde. Besonders gestiegen seien die Nutzung über mobile Geräte sowie die Nutzung des Internets unterwegs.

Smartphone überholt Notebook als meistgenutztes Internet-Gerät

45 Millionen Menschen würden hierzulande täglich im Internet sein, rund zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) gehen per Smartphone online. In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen würde nahezu jeder über sein Smartphone ins Netz gehen. Damit überholt das Mobiltelefon erstmals das Notebook (57 Prozent) als meistgenutztes Gerät für den Internetzugang. Täglich unterwegs surfen sollen inzwischen 28 Prozent der Bevölkerung (19 Millionen). Das entspricht einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der jüngeren Generation unter 30 Jahren nutzen bereits 64 Prozent Inhalte aus dem Netz auch unterwegs etwa bei Bahnfahrten, Freunden oder im Café.

Bei der Internetnutzung gibt es weiterhin deutliche Unterschiede hinsichtlich des Alters der Nutzer. Nahezu alle 14- bis 49-Jährigen seien in diesem Jahr online, bei den 50- bis 69-Jährigen liegt der Anteil bei 82 Prozent. Aber nur 45 Prozent der Senioren ab 70 Jahren gehen ins Internet.

Deutsche täglich über zwei Stunden im Netz aktiv

Das Internet ist ein Zeitfresser: Täglich verbringen die Deutschen 2:08 Stunden im Netz und damit 20 Minuten mehr als noch 2015. Mobile Surfer sind sogar täglich 2:43 Stunden online. Hauptsächlich im Fokus der Netznutzung liegen laut der Studie Kommunikation (39 Prozent) und Medien (25 Prozent). Allerdings entfallen nur rund 34 Minuten täglich auf die Mediennutzung. Das Anschauen von Fernsehsendungen und Videos nimmt nur elf Minuten in Anspruch. Die 14- bis 29-Jährigen sind hier jedoch aktiver. Dank YouTube & Co nutzt die jüngere Generation 30 Minuten pro Tag Bewegtbild-Inhalte online. Dennoch zeigt sich auch bei der Gesamtbevölkerung ein klarer Trend: Video- und Audio-Inhalte sind immer beliebter: 26 Prozent der Deutschen schauen täglich Videos, 16 Prozent hören Internet-Radio und Musik aus dem Netz.

Die Hälfte der Deutschen nutzt täglich WhatsAp

Die Studie hat auch die Nutzung der sozialen Netzwerke untersucht. Wenig überraschend gehören Facebook und WhatsApp zu den meistgenutzten Diensten in Deutschland. WhatsApp wird mit 49 Prozent täglich von fast der Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung genutzt, bei Facebook loggen sich täglich 22 Prozent der Deutschen ein. Instagram kommt auf 7 Prozent tägliche Nutzung, Snapchat insgesamt auf 4 Prozent. Gerade Snapchat erfreut sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit und dürfte künftig noch weiter zulegen.

ZDF-Mediathek: Relaunch noch 2016

Die vorgelegten Zahlen sehen die Verantwortlichen von ARD und ZDF als Aufforderung zum Handeln. "Nach wie vor erfährt das konventionelle Fernsehen trotz steigender TV- und Videoangebote im Internet die meiste Aufmerksamkeit. Auch bei Jüngeren, wenngleich sich hier der Medienwandel erkennen lässt. Dem begegnen wir mit dem Relaunch unserer ZDF-Mediathek noch in diesem Jahr, indem wir unsere Inhalte nutzerfreundlich, zeitunabhängig und auf allen Plattformen, also auch mobil, verfügbar machen", erläutert ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut.

"Das mobile Internet gibt dem seit Jahren zu beobachtenden Medienwandel einen weiteren Schub. Neben handybegeisterten Jugendlichen sind inzwischen auch immer mehr ältere Nutzer 'always on'. Die absehbaren Konsequenzen für die Medienmärkte und das Nutzungsverhalten sind eine große technische und inhaltliche Herausforderung für alle Anbieter. Es wird darauf ankommen, die eigenen Stärken von den noch dominanten klassischen Verbreitungswegen auf die neuen Plattformen zu übertragen", ergänzt Manfred Krupp, Intendant des Hessischen Rundfunks.

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2016 ist im Internet abrufbar. Die Studie basiert auf einer vom 21. März bis 8. Mai 2016 vom Institut GfK MCR bundesweit durchgeführten repräsentativen Befragung von 1.508 deutschsprachigen Erwachsenen.

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