News

Internetnutzung: 70 Prozent sind bereits online

Mehr als zwei Drittel der Deutschen nutzen das Internet. Je nach Region oder Alter gibt es dabei weiterhin Unterschiede, so der (N)ONLINER Atlas 2009. Überraschung: Bei Breitband liegt die grüne Mitte vorn.

30.06.2009, 14:55 Uhr (Quelle: DPA)
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Fast 70 Prozent der Deutschen nutzen nach einer repräsentativen Umfrage inzwischen das Internet. Damit sind in Deutschland rund vier Prozent mehr Menschen "online" als im Jahr 2008, teilte die Initiative D21 am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des (N)ONLINER Atlas 2009 mit.
Der Osten surft weniger
Den Spitzenplatz belegt Bremen mit 74,2 Prozent und verdrängt Berlin mit 73,3 Prozent auf Platz zwei. Auch Hamburg liegt mit 72,3 Prozent in der Spitzengruppe. Neben den drei Stadtstaaten haben zudem Baden-Württemberg mit 72,6 Prozent und Hessen mit 71 Prozent bei der Internet-Nutzung die Nase vorn. Die deutschen Schlusslichter sind Thüringen mit 62,6 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern mit 61,9 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 60,7 Prozent, heißt es im (N)Onliner-Atlas. Obwohl alle Bundesländer im Vergleich zum Vorjahr Zuwächse erzielen konnten, öffnet sich die Schere zwischen Ost und West hier immer weiter.
In Europa nimmt Deutschland mit diesen Werten einen Mittelplatz ein. Spitzenreiter bleibt Island mit 90 Prozent Internet-Nutzern. In der EU liegen Schweden (88 Prozent) und die Niederlande (87 Prozent) vorn. Dagegen gibt es in Rumänien nur 29 Prozent "Onliner", in Bulgarien sind es 35 Prozent, in Griechenland 38 Prozent.
Dennoch hat das Internet in Deutschland eine rasante Entwicklung genommen. Zu Beginn der repräsentativen Befragungen im Jahr 2001 nutzten es erst 37 Prozent der Bevölkerung. Bis heute hat sich die Zahl mit 69,1 Prozent fast verdoppelt.
Thüringen bei Breitband vorn
Zudem nutzten 2009 mit 66,9 Prozent mehr als zwei Drittel der Internet-Nutzer einen Breitbandzugang. Während 61,5 Prozent auf einen DSL-Anschluss setzen, greifen immerhin bereits 4,7 Prozent der Nutzer auf einen Internetzugang über Kabel zurück. Im Vergleich der Bundesländer kommt es hier zu einer Überraschung. Während Thüringen bei der Internet-Nutzung noch im hinteren Drittel der deutschen Bundesländer rangiert, führt der Freistaat das Ranking bei der Breitbandnutzung hingegen aktuell an. Zudem gäbe es kein Ost-West-Gefälle bei den Breitbandzugängen mehr, so die Studie.
Surfverhalten bleibt abhängig vom Lebensalter
Beim "Surfen" zeigt sich aber noch immer eine starke Abhängigkeit vom Lebensalter. Bis zum 40. Lebensjahr nutzen bis zu 95 Prozent der Befragten das Internet. Zwischen 40 und 50 Jahren sind es 67 bis 81 Prozent. Ab 60 Jahren geht nur noch knapp die Hälfte der Bundesbürger ins Netz, ab 70 Jahren nur noch ein Fünftel. Allerdings holt die Generation 60 plus auf: Im Vergleich zu 2008 gingen sieben Prozent mehr Senioren "online". In allen Altersgruppen nutzen Männer mit 76 Prozent das Internet häufiger als Frauen mit 62 Prozent.
Für die jüngsten Ergebnisse hat die Initiative D21 zwischen März und Mai 2009 rund 30.700 Menschen ab 14 Jahren telefonisch nach ihren Netz-Gewohnheiten befragt. Der Verein mit etwa 200 Mitgliedsfirmen und -organisationen ist nach eigenen Angaben "Europas größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft".

(Christian Wolf)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang