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Internetkriminalität weiter auf dem Vormarsch

Das Bundesinnenministerium hat die alljährliche Kriminalstatistik nun für das Jahr 2007 vorgelegt. Acht Prozent mehr Internetstraftaten und ein erheblicher Anstieg der Urheberrechtsverletzungen wurden bundesweit erfasst.

Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com
Das weltweite Internet ist noch weitgehend ein rechtsfreier Raum. Immer mehr Menschen klinken sich in das Netz ein. Doch auch Kriminelle nutzen das World Wide Web zunehmend für Straftaten und alarmieren die Experten. Nicht unbegründet, wie die neu vorgestellte "Polizeiliche Kriminalstatistik" (PKS) für das Jahr 2007 belegt.

Weniger Straftaten, mehr Gewalt

Die auf 55 Seiten zusammengefasste Statistik, die auf der Homepage des Innenministeriums auch zum Download bereitsteht, verzeichnet für 2007 einen leichten Rückgang der Kriminalität um 0,3 Prozent. Insgesamt sind im Jahr 2007 knapp 6,3 Millionen Straftaten registriert worden. Die Aufklärungsquote blieb mit 55 Prozent stabil. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg auf 2.283.127 Personen, 0,5 Prozent mehr als im Jahr 2006. Der PKS ist jedoch auch ein weiterer Anstieg der Gewaltkriminalität unter Jugendlichen zu entnehmen. Um 6,3 Prozent stieg der Anteil von Teenagern, die an Delikten mit gefährlicher und schwerer Körperverletzung beteiligt waren. "Auch wenn die Zahlen sicher zum Teil einer erhöhten Anzeigebereitschaft in der Bevölkerung zuzuschreiben sind, sehe ich diese Entwicklung mit großer Sorge. Gewalt stellt ein erhebliches Problem in unserer Gesellschaft dar", bemerkte Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu dieser Entwicklung.

Internetkriminalität um acht Prozent gestiegen

Auch im Jahr 2007 wuchs die Zahl der erfassten Fälle von Internetkriminalität weiter. 179.026 Vergehen in Verbindung mit dem Internet hat die Statistik für 2007 zu vermelden, dies sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Waren- und Warenkreditbetrug, etwa beim Online-Shopping, sei allerdings ein Rückgang um rund 10,5 Prozent auf 292.809 Fälle zu beobachten. Dies sei unter anderem auch eine Folge der besseren Aufklärung etwa durch Kampagnen zum sicheren Online-Einkauf. Die "7 Goldenen Regeln zum sicheren Online-Handel" stehen Interessierten auf der Internetseite www.kaufenmitverstand.de zum Abruf zur Verfügung. Auch onlinekosten.de hat einen Ratgeber rund um das Shopping beim Auktionshaus eBay zusammengestellt.

Auffällig ist in der Statistik ein starker Anstieg bei Urheberrechtsverletzungen, die um 54,6 Prozent auf 32.374 Fälle angewachsen sind. Laut PKS sei die Zunahme durch das Anwachsen illegaler Downloads bei Tauschportalen im Internet und auf härteres Durchgreifen der Musikindustrie zurückzuführen. Bei der Softwarepiraterie durch Privatleute, die etwa die illegale Beschaffung von Computerspielen einschließt, wurde ein Plus um 55,2 Prozent auf 2.979 Fälle verzeichnet. Auch die Pornographie findet sich im Netz immer häufiger. Die Verbreitung pornographischer Schriften stieg um zwei Prozent auf 5,6 Prozent an. Traurige Tatsache: der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornographie hat um 94,3 Prozent auf 8.832 Fälle zugenommen.

(Jörg Schamberg)

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