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Internetbetrüger auf Philippinen aufgespürt

Zielfahnder spürten Mann aus Deutschland nach monatelanger Arbeit im fernen Asien auf.

22.02.2005, 16:47 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Nach Hinweisen von Düsseldorfer Zielfahndern hat die Polizei auf den Philippinen einen 57-jährigen Niedersachsen festgenommen, der zehn Jahre lang mit Internet-Betrügereien mehrere hundert Deutsche um einen sechsstelligen Euro-Betrag betrogen haben soll. Wie das Landeskriminalamt Düsseldorf und die Staatsanwaltschaft Köln mitteilten, laufen gegen den Mann bei bundesweit 44 Staatsanwaltschaften Betrugsermittlungen wegen Schwindelgeschäften mit nicht vorhandenen Flugtickets.
Vermeintliche Billigtickts
Den Ermittlern zufolge hatte der frühere Elektroningenieur unter falschem Namen Arbeitssuchenden in Internet-Jobbörsen einen Nebenverdienst versprochen, wenn sie ihm für den vermeintlichen Verkauf von preisgünstigen Flugtickets ihre Konten zur Verfügung stellten. Dabei gab der Mann aus Bad Harzburg vor, als ehemaliger Manager einer Fluggesellschaft besonders billige Last-Minute-Tickets beschaffen zu können.
Tatsächlich ging später auf den Konten von Arbeitssuchenden, die das Angebot angenommen hatten, auch Geld von vermeintlichen Ticket-Käufern ein. Diese Überweisungen hatte den Ermittlungen zufolge jedoch in Wirklichkeit der nun Festgenommene veranlasst, nachdem er sich die Kontoverbindungen von zahlreichen Firmen beschafft und die Überweisungsaufträge entsprechend gefälscht hatte - tatsächlich wurde bei den krummen Geschäften nicht ein einziges Ticket verkauft.
Nach Angaben des Chefs der Kölner Staatsanwaltschaft, Jürgen Kapischke, flog der Schwindel allerdings in vielen Fällen bei den betroffenen Firmen und Banken auf - mit der Folge, dass nach entsprechenden Reklamationen das Geld von den Konten der Mittelsmänner zurückgebucht wurde. Den größten Schaden hatten daher mindestens 200 als Ticket-Kuriere angeworbene Mittelsmänner, weil sie das Geld nicht selten bereits auf die Philippinen weitergeleitet hatten und ihre Konten nun mit hohen Rückbuchungen belastet wurden.
In Deutschland im Gefängnis
Nach Angaben des Chefs der Zielfahndung beim Düsseldorfer LKA, Rudolf Brügge, konnten die Ermittler die Datenwege der Finanztransaktionen nach einem halben Jahr intensiver Recherche zurückverfolgen. Der unter falschem Namen eingereiste Deutsche wurde kurz vor Weihnachten in einem Internet-Cafe auf der Insel Cebu von philippinischen Beamten festgenommen. Er wurde Anfang Februar nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seither in Untersuchungshaft.

(Hayo Lücke)

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