News

Internetausfall in China betraf ein Siebtel der Internetnutzer weltweit

Millionen Menschen in China konnten am Dienstag nicht wie gewohnt im Internet surfen, Webseiten lieferten nur Fehlermeldungen. Grund war ein technischer Fehler bei der Auflösung von Internetadressen. Analysten von Compuware sprechen vom größten Internetausfall überhaupt.

22.01.2014, 16:19 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Victoria / Fotolia.com

Der Internetausfall in China dauerte acht Stunden und war einer der größten solcher Fälle weltweit. Das zeigen Zahlen des Analysedienstes Compuware. Ein Siebtel der Internetnutzer weltweit seien betroffen gewesen. "Es ist verrückt, dass ein DNS-Fehler einen solchen Effekt haben kann", sagte der Compuware-Manager Michael Allen am Mittwoch.

DNS-Fehler hebelt Internet in China aus

In Medienberichten hieß es, der Internetverkehr aus China sei am Dienstag aus ungeklärter Ursache auf die amerikanische IP-Adresse 65.49.2.178 umgeleitet worden. Der Zugriff auf Webseiten habe somit nur noch Fehlernachrichten erzeugt. Zwei Drittel des chinesischen Internetverkehrs seien davon betroffen gewesen, hieß es.

Wenn zwei Drittel des Internetverkehrs aus China auf eine einzige IP-Adresse umgeleitet würden, seien die Rechner dahinter innerhalb von Sekunden überlastet, erklärte Compuware. Die technische Infrastruktur zur Durchleitung von Daten halte einen solchen Ansturm nur wenige Minuten lang aus. Zwar seien nicht alle Web-Adressen betroffen gewesen, aber eine ausreichend große Zahl.

Experten halten Hackerangriff für wahrscheinlich

In ersten Berichten hieß es, der Fehler sei nach einigen Stunden behoben gewesen. Laut Compuware dauerte der Ausfall allerdings etwa acht Stunden lang an. Erst gegen 23 Uhr chinesischer Zeit sei der Datenverkehr wieder normal geflossen.

China schränkt den freien Internetverkehr massiv ein, viele Webseiten werden von der "Großen Firewall" blockiert. Nutzer fragten sich daher, ob der Ausfall mit Änderungen an der digitalen Schutzmauer zu tun habe. Doch Experten hielten einen Hackerangriff für wahrscheinlicher, berichtete die "South China Morning Post".

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang