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Internet-Schnäppchen, die keine sind

Fehlerhafte Preisauszeichnungen berechtigen Verkäufer, das Geschäft rückgängig zu machen.

22.02.2005, 14:48 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Es ist der Traum eines jeden Internet-Shoppers: Bei den Streifzügen durch das world wide web stößt er auf ein Notebook, eine Digitalkamera oder sonstige teure Hardware, die zu einem erstaunlich günstigen Preis angeboten wird. Statt mehrere Tausend Euro soll das Angebot nur wenige Hundert Euro kosten. Wer hier zuschlägt und die Ware auch wenige Tage später in den eigenen Händen halten darf, sollte sich trotzdem nicht zu früh freuen.
Der Bundesgerichtshof hat nun nämlich entschieden, dass Produkte, die im Internet versehentlich zum Schnäppchenpreis angeboten werden, vom Verkäufer zurückgefordert werden können. Im konkreten Fall hatte ein Computerhändler ein 2.650 Euro teures Notebook auf seiner Internetseite wegen eines Softwarefehlers irrtümlich für 245 Euro ausgeschrieben. Als er nach Auslieferung des Gerätes den Fehler bemerkte, erklärte er die Anfechtung des Kaufvertrages und bekam nun Recht.
Schadenersatz möglich
Der BGH entschied, dass ein Fehler beim Datentransfer nicht anders zu behandeln sei als ein Tippfehler bei der Auszeichnung der Ware. Der Käufer muss nun das Notebook wieder zurückgeben. Im Gegenzug erhält er natürlich den ursprünglich gezahlten Preis zurück und hat zudem die Möglichkeit, Schadenersatz zu verlangen.

(Hayo Lücke)

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