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Internet meets Tante Emma: eBay und Co. werben um Einzelhandel

Die Grenzen zwischen traditionellem und Online-Handel verschwimmen immer mehr. Derzeit leiden viele Einzelhändler noch darunter, dass die Kunden sich bei ihnen informieren - und dann im Internet kaufen. Aber clevere neue Lösungen geben der Branche neue Hoffnung.

04.03.2013, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Smartphones werden zum Einkaufsgerät. Im US-Markt, der eine Vorreiterrolle spielt, kauft fast jeder dritte Smartphone-Nutzer von seinem mobilen Gerät ein. Und 78 Prozent nutzen ihre Mobiltelefone in Einkaufsläden, wie der Marktforscher Nielsen am Mittwoch auf dem Mobile World Congress in Barcelona betonte. Dabei nutzten sie ihre Computer-Handys allerdings oft, um nach dem günstigsten Preis für ein Produkt zu suchen und es dann online zu kaufen. IT-Unternehmen stellen in Barcelona Dienste vor, mit denen Händler ihre Kunden zurückgewinnen könnten.

Sofortiges Gegenangebot möglich

So bietet die Handelsplattform eBay ihren Partnern an, sie zu informieren, wenn ein angemeldeter Kunde im Laden einen bestimmten Strichcode einscannt. "Sie können ihm dann sofort im Shop ein Gegenangebot machen, das ihn vielleicht überzeugt", erklärte der für Innovationen zuständige eBay-Manager Steve Yankovich. Bei solchen Apps arbeite eBay zudem daran, dass Produkte nicht nur durch Einscannen des Strichcodes, sondern auch über ein einfaches Foto erkannt werden.

Der amerikanische Telekom-Riese AT&T kann seinen Mobilfunk-Kunden automatisch Rabatt-Gutscheine anzeigen, wenn sie ein Geschäft betreten. Der Chef des Mobil-Geschäfts beim Rabattcoupon-Spezialisten Groupon, David Katz, betonte, die Smartphones mit ihren Ortungsinformationen gäben Restaurants und Geschäften ganz neue Möglichkeiten, potenzielle Kunden anzusprechen. Dabei könnten die Angebote auch an den Geschmack der Nutzer angepasst werden.

NFC-Hoffnungen

Die Einzelhandelsbranche hofft dabei auch auf den Nahfunk-Standard NFC, mit dem kontaktloses Bezahlen per Handy oder entsprechender Bankkarte umgesetzt werden kann. Schätzungen zufolge werden in Deutschland 50 Prozent der Smartphones NFC-tauglich sein, sagte Ercan Kilic vom deutschen Dienstleister GS1.

Der Online-Marktplatz eBay wolle aber über das Bezahlen hinausgehen und letztlich die Schranken zwischen verschiedenen Einkaufswelten niederreißen, betonte Yankovich. "Wir wollen alle möglichen Wege abdecken, auf denen Sie etwas kaufen können, von jedem der es anbietet, egal ob online oder im Geschäft. Und dann bringen wir es an jeden Ort bringen, an dem Sie es gerade haben wollen." Das kann zu Hause sein - oder zum Beispiel aber auch das Restaurant, in dem man sich gerade aufhält.

(Christian Wolf)

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