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Internet-Links können teuer werden

Wer unbedacht auf fremde Webseiten verlinkt, kann dafür haftbar gemacht werden. Auch eine Distanzierungsformulierung auf der Webseite reicht nicht immer aus.

Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com
Sie verbinden Web-Inhalte miteinander und leiten den nach Informationen suchenden Internetnutzer durch die schier unüberschaubare Datenfülle des World Wide Web: Hyperlinks sind essentiell für die praktikable Nutzung des Internets. Und trotzdem gilt für alle, die Links setzen, Grund zur Vorsicht.

Die Frankfurter Rechtsanwältin Dr. Katharina Scheja erklärte jetzt in der Handelszeitschrift "ComputerPartner", dass all diejenigen, die unbedacht verlinken, dafür haftbar gemacht werden können. Setzt ein Website-Inhaber beispielsweise einen Link zu Inhalten, die sich als rechtswidrig herausstellen, kann er trotz der allgemein üblichen "Freizeichnungsklauseln" dafür haftbar gemacht werden.

Eine Faustregel

Bisher fehlt zwar eine klare gesetzliche Regelung der Verantwortlichkeit für Links. Aus vergangenen Rechtssprechungen leitet sich jedoch folgende Faustregel ab: Der Link-Setzende kann für die Verlinkung zu einer rechtswidrigen Website haftbar gemacht werden, wenn er Kenntnis von deren Rechtswidrigkeit hat oder aber ihm dafür konkrete Anhaltspunkte vorliegen, so Scheja.

Distanzierung auf Homepage reicht nicht aus

Der Hinweis auf der eigenen Homepage, dass sich der Inhaber von den fremden Inhalten distanziert, ist grundsätzlich zu empfehlen, genügt jedoch nicht in jedem Fall. Rechtsanwältin Scheja empfiehlt Webmastern daher, Websites vor deren Verlinkung gründlich zu prüfen. Je mehr sich ein Link als Empfehlung der fremden Inhalte darstellt, desto stärker ist der Link-Setzende zur Kontrolle verpflichtet.

Von der Veröffentlichung eines Hinweises, vor Schaltung eines Links die beworbene Seite auf Rechtsverletzungen überprüft zu haben, rät Scheja ab. Denn nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg ist der Link-Setzende dann auf jeden Fall zur Haftung verpflichtet.

(Hayo Lücke)

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