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Internet-Kommission: Eltern "nicht abhängen"

Eltern und Lehrer brauchen Erziehungshoheit - auch wenn's um das Internet geht. Dafür will eine Untersuchungs-Kommission des Deutschen Bundestages sorgen. Erste Ergebnisse sollen 2012 vorgelegt werden.

13.09.2010, 16:01 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Kinder und Jugendliche sollen auf ihren Wegen im Internet sachkundig unterstützt werden. Dazu hat die Internet-Kommission des Deutschen Bundestags am Montag eine Projektgruppe zum Thema Medienkompetenz eingerichtet. Mehrere Mitglieder des Gremiums sprachen sich dafür aus, Eltern und Lehrer besser als bisher in die Lage zu versetzen, Kindern und Jugendlichen einen sinnvollen Umgang mit dem Netz zu vermitteln.

Ziel: Erziehungshoheit stärken

"Viele Eltern sind keine Digital Natives und haben ein Problem zu erkennen, auf welche Dinge man achten soll", sagte der CDU-Abgeordnete Thomas Jarzombek. Als "Digital Natives" werden die Angehörigen der jüngeren Generation bezeichnet, die bereits mit dem Internet aufgewachsen ist. Jarzombek sprach sich dafür aus, auch mit Blick auf den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit dem Internet "die Erziehungshoheit der Eltern zu stärken".

Die SPD-Abgeordnete Aydan Özoguz sagte, Menschen dürften nicht gesellschaftlich "abgehängt" werden, nur weil sie wenig Routine im Umgang mit dem Internet haben. Annette Mühlberg vom Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi betonte, Medienkompetenz sei vor allem Netzkompetenz.

Internet wird "in Schule vernachlässigt"

Eine Mitarbeiterin der Kommission trug Stimmen aus dem eigens zum Thema eingerichteten Diskussionsforum vor. Ein Beitrag setzte Medienkompetenz mit Gesellschaftskompetenz gleich. "Es stimmt schon, dass dies in der Schule vernachlässigt wird", sagte eine 21-Jährige als Beobachterin auf der Zuhörertribüne.

Die Enquete ("Untersuchungs"-)Kommission Internet und digitale Gesellschaft trat am 5. Mai erstmals zusammen, um über die Auswirkungen der Digitalisierung auf Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie zu beraten. Die jeweils 17 Abgeordneten und Sachverständigen sollen bis Sommer 2012 Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vorlegen.

Das Diskussionsforum im Internet soll als "18. Sachverständiger" die Beratungen ergänzen. Die bisher eingesetzten Projektgruppen beschäftigen sich mit den Verkehrsregeln im Netz, dem Urheberrecht und dem Datenschutz.

(Dorothee Monreal)

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