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Intel wollte AMD verdrängen - Rekord-Strafe

Die EU-Kommission hat den weltgrößten Chiphersteller Intel wegen Marktmissbrauchs mit einem Rekordbußgeld in Höhe von 1,06 Milliarden Euro belegt.

13.05.2009, 12:37 Uhr (Quelle: DPA)
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Die EU-Kommission hat den weltgrößten Chiphersteller Intel wegen Marktmissbrauchs mit einem Rekordbußgeld in Höhe von 1,06 Milliarden Euro belegt. Das teilte die Behörde am Mittwoch in Brüssel mit. Die Wettbewerbshüter sahen es als erwiesen an, dass der US-Konzern seinen kleineren Konkurrenten AMD aus dem Markt drängen wollte.
EU rechtfertigt Höhe der Strafe
Intel habe dazu illegale, wettbewerbsschädigende Methoden benutzt, sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Das ist das höchste Bußgeld, das wir jemals beschlossen haben." Millionen Verbraucher in Europa seien über fünf Jahre hinweg betroffen gewesen - die Höhe des Bußgeldes sollte deshalb keine Überraschung sein, betonte die Kommissarin.
Die Kommission wurde auf die Klage von AMD hin bereits im Juli 2007 aktiv. Unter anderem wird Intel vorgeworfen, einem führenden europäischen PC-Händler erhebliche Rabatte eingeräumt zu haben - unter der Bedingung, dass dieser nur Computer mit Intel-Chips verkauft.
Intel habe zudem einen führenden PC-Hersteller dafür bezahlt, dass er die Markteinführung einer Produktlinie mit einem AMD-Prozessor verzögert. Der gleiche Hersteller habe zudem Rabatte dafür erhalten, dass er seine Notebooks komplett mit Prozessoren von Intel ausstattet.
Intel beherrscht mit seinen Computer-Chips rund 80 Prozent des Marktes, AMD ist mit etwa 20 Prozent Marktanteil deutlich kleiner. 2008 erzielte Intel einen Überschuss von 5,3 Milliarden Dollar, der Umsatz lag bei 37,6 Milliarden Dollar.
Intel zeigt kein Verständnis
"In einem Markt mit nur zwei großen Anbietern, ist es ganz natürlich, dass wenn ein Anbieter einen Auftrag gewinnt, der Andere diesen Auftrag verliert. Die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission hat wesentliches Beweismaterial, das den in der Entscheidung aufgeführten Erklärungen widerspricht, außer Acht gelassen oder es abgelehnt dieses einzuholen", sagte Intel-Chef Paul Otellini. Sein Unternehmen habe niemals Produkte unter Herstellungskosten verkauft und wolle das Urteil anfechten.

(Hayo Lücke)

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