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Intel stellt 80-Kern-Prozessor vor

Chipriese Intel stellt einen Prototypen mit 80 Kernen vor, der einen Rechenleistung von einem Teraflop erreicht.

12.02.2007, 19:27 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Chipriese Intel und Konkurrent AMD liefern sich seit Jahren einen unerbitterten Zweikampf um den Thron bei den Prozessoren. Nachdem beide Hersteller nun über Prozessoren mit vier Kernen verfügen, gibt Intel die Verfügbarkeit eines Prototypen mit insgesamt 80 Kernen bekannt. Damit ist es dem kalifornischen Unternehmen gelungen die Leistung von Supercomputern auf nur einen einzigen Chip zu bündeln.
Ein Teraflop Leistung
Die Rechenleistung wird in der EDV in "floating point operations per second" oder übersetzt Fließkommaoperationen pro Sekunde angegeben. Um die Schreibweise zu vereinfachen wird die Abkürzung "flops" verwendet. Ein aktueller Prozessor wie der Core 2 Duo oder der AMD Athlon 64 X2 erreicht eine Rechenleistung zwischen 20 und 50 Gigaflops. Im Vergleich dazu schaffen die so genannten Supercomputer Leistungen im Teraflop-Bereich. Der derzeitig schnellste Hochleistungs-Rechner erreicht beispielsweise maximal 280.000 Gigaflops oder umgerechnet 280 Teraflops.
Deutschlands schnellster Supercomputer steht im Forschungszentrum in Jülich. Der JUBL eServer Blue Gene Solution von IBM wurde 2006 installiert und verfügt über 16.384 einzelne Prozessoren, die eine Gesamtleistung von 37,3 Teraflops erreichen. In der Liste der Top 500 steht er damit an der 13. Position.
Intel hat nun einen Prototyp vorgestellt, der mit insgesamt 80 Kernen bestückt auf eine Rechenleistung von mehr als einem Teraflop kommt. Dabei ist der Die mit 275 Quadratmillimeter nicht viel größer als ein Fingernagel.
Nur 62 Watt Strombedarf
Nicht nur die geringen Ausmaße und die Rechenleistung, sondern auch der Stromverbrauch ist beeindruckend. Nach Angaben von Intel verbrauchen die 80-Kerne gerade mal 62 Watt an Leistung und liegen damit auf dem Niveau der aktuellen Dual- und Quad-Core-Prozessoren. Der neue 80-Kern-Prototyp kann variabel getaktet werden. Mit 3,16 Gigahertz (GHz) erreicht er eine Rechenleistung von 1,01 Teraflops, bei 5,1 GHz sind es schon 1,63 Teraflops. Läuft der Mehrkern-Prozessor mit 5,7 GHz, dann erreicht er eine Performance von 1,81 Teraflops und benötigt 265 Watt Leistung. Mit dieser Rechenleistung lassen sich deutlich effizientere Supercomputer entwickeln.
Desktop-Einsatz
Intel sieht den primären Einsatz der kommenden Mehrkern-Prozessoren aber nicht bei den Servern und Hochleistungs-Rechnern, sondern im Desktopbereich. Intel Geschäftsführer Paul Otellini hatte bereits auf dem Intel Developer Forum 2006 den 80-Kern-Prozessor vorgestellt. Damals hatte dieser noch die Größe eines Pizzatellers. Laut Paul Otellini sollen bereits die ersten Prozessoren mit 80-Kernen 2010 in Serie gehen. Angesichts der Tatsache, dass Intel die Größe innerhalb eines Jahres auf 275 Quadrat-Millimeter reduzieren konnte, scheint diese Ansage durchaus realistisch zu sein.
Intels eigener Supercomputer
Die "Teraflop"-Grenze hat es Intel anscheinend angetan. Bereits 1996 konnte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit den Sandia National Laboratories, einer Forschungs- und Entwicklungseinrichtung des US-Energieministeriums, den ersten Supercomputer entwickeln, der eine Rechenleistung von einem Teraflop erreicht. Der Unterschied zum 80-Kern-Prozessor: Für die gleiche Leistung benötigte der ASCI Red 10.000 Intel Pentium Pro Prozessoren, die auf insgesamt 82 Gehäusen verteilt waren und einen Strombedarf von über 500 Kilowatt hatten.
Wann der 80-Kerner konkret erhältlich sein und wie viel er kosten wird, ist bislang nicht bekannt. Intel hat diesbezüglich noch keine konkreten Daten veröffentlicht. Offiziell hat Intel aber das "Tera-scale"-Zeitalter eingeläutet.

(Nam Kha Pham)

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