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Intel setzt auf Mobilfunk und auf Server

Chiphersteller Intel kündigt vier neue Atom-Modelle für vernetzte Geräte an. Erstmals geht Intel auch eine Kooperation mit einem anderen Hersteller ein.

03.03.2009, 17:46 Uhr (Quelle: DPA)
CeBIT© CeBIT

Intel investiert massiv in die Weiterentwicklung seiner Atom-Prozessoren und nimmt verstärkt Bereiche wie Gesundheitswesen, Unterhaltungselektronik und Multimedia-Anwendungen im Auto ins Visier. Im Jahre 2015 würden weltweit 15 Milliarden vernetzte Geräte im Einsatz sein, sagte Intel-Europa-Chef Christian Morales am Dienstag auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Speziell für solche "eingebetteten Systeme" kündigte Intel vier neue Modelle seines Atom-Chips an.
Kooperation mit TSMC
Erstmals wird der weltgrößte Chip-Produzent für die Massenfertigung der kleinen Prozessoren, die derzeit vor allem in den populären Mini-Notebooks zum Einsatz kommen, eine Kooperation mit einem anderen Hersteller eingehen. Ein Teil der Produktion werde an den taiwanesischen Auftragshersteller TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Co.) abgegeben, teilte Intel am Montagabend mit. Damit würde der Chipgigant erstmals in seiner Geschichte Details seiner Produktion nach außen geben. Die Vereinbarung erlaubt TSMC auch, in neuen Produkten Intels Atom-Chips mit anderen Prozessor-Kernen zu kombinieren.
Chipindustrie kämpft mit Absatzeinbruch
Damit könnte das Unternehmen sein traditionelles Kerngeschäft mit Computer-Prozessoren erweitern und stabilisieren. Die Chipindustrie wird derzeit nach Angaben des Branchenverbands SIA von dem stärksten Rückgang ihrer Geschichte heimgesucht. Im Januar sei der Absatz von Chips für Computer, Handys, Digitalkameras und Multimedia-Anlagen um ein Drittel auf 15,3 Milliarden Dollar eingebrochen, gab die Semiconductor Industry Association bekannt. Auch Intel leidet stark unter der Wirtschaftskrise.
Mit den neuen Atom-Modellen adressiert Intel mittelfristig auch den lukrativen Markt der Smartphones. Hier gilt der Prozessor-Hersteller ARM bislang als unbestrittener Marktführer. Vor allem wegen des vergleichsweise hohen Strombedarfs und der Wärmeentwicklung waren Intels Prozessoren in den computerähnlichen Handys bislang kaum vertreten.
Neue Geräteklasse MIND
Als neue Kategorie zeigte Morales in Hannover ein Anfang des Jahres bereits auf der US-Elektronikmesse CES vorgestelltes Gerät, das einen Navigations-Dienst mit drahtlosem Internet-Zugang kombiniert und mit dem Betriebssystem Linux läuft. Das von Clarionmind produzierte Gerät wird über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert. Es soll in Kürze auch in Deutschland verfügbar sein. Intel nennt die Geräte-Klasse MIND (Mobile Internet Navigation Device).
Vierkerne-Prozessor für Server
Für den Servermarkt kündigte Intel einen Vierkerne-Prozessor auf der Nehalem-Plattform an, der für aufwändige Berechnungen etwa in der Wissenschaft für Simulationen von Molekülen eingesetzt werden soll. Mit dem neuen Prozessor könnte Intel nach Einschätzung von Experten den kleinen und derzeit ohnehin angeschlagenen Konkurrenten AMD mit dessen Shanghai-Chip deutlich unter Druck setzen.

(Jörg Schamberg)

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