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Intel droht Milliarden-Strafe aus Brüssel

Intel habe seine Marktmacht in dreierlei Hinsicht missbraucht, erklärte die EU-Kommission. So soll der Konzern seine Prozessoren zum Teil unter den Herstellungskosten vermarktet haben.

27.07.2007, 11:59 Uhr
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Dem weltgrößten Chiphersteller Intel droht eine Milliardenstrafe aus Brüssel. Die EU-Kommission setzte dem US-Konzern eine Frist von zehn Wochen, um den Verdacht auf Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung auszuräumen. Geschieht dies nicht, können die europäischen Wettbewerbshüter eine Strafe von maximal zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Das wären bei Intel bis zu 3,5 Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro), gemessen am Umsatz von 35,4 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Zuvor hat Intel noch Recht auf eine Anhörung.
Schwerwiegende Vorwürfe
Intel habe seine Marktmacht in dreierlei Hinsicht missbraucht, erklärte die EU-Kommission. Der Konzern habe Computerherstellern deutliche Rabatte für die Nutzung seiner Prozessoren eingeräumt. Zudem habe Intel in einigen Fällen Geld geboten, wenn Chips des US-Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) nicht oder verspätet eingebaut würden. Darüber hinaus habe Intel seine Prozessoren zum Teil unter den Herstellungskosten vermarktet und AMD so ausgestochen.
Die EU-Kommission ermittelt seit sieben Jahren gegen den Konzern, der bei Prozessoren einen Marktanteil von rund 80 Prozent hat. In Deutschland soll der Konzern die MediaMarkt-Kette unter Druck gesetzt haben, ausschließlich Intel-Produkte zu verkaufen.
AMD zeigt sich zufrieden
"Das ist ein Moment der Wahrheit für die gesamte IT-Industrie. Die Europäische Kommission nimmt es sehr ernst, den Missbrauch der dominierenden Position von Intel im weltweiten Mikroprozessormarkt zu beenden", kommentiert Giuliano Meroni, President AMD for Europe, Middle East and Africa (EMEA). "Wir sind überzeugt, dass diese Beschwerdeschrift die Öffnung des weltweiten Mikroprozessorenmarktes beschleunigen wird, wovon Endkunden und PC-Unternehmen gleichermaßen profitieren werden."

(Hayo Lücke)

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