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Intel baut Smartphone-Präsenz aus

Anlässlich des MWC stellt Intel zwei neue Hardware-Partner für Smartphones vor: ZTE und Lava. Außerdem kündigt der Chip-Hersteller neue Intel Atom CPUs für Smartphones und kontaktloses Bezahlen via NFC für die Intel-Handys an.

28.02.2012, 11:07 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Auf dem Mobile World Congress (MWC), der zurzeit im spanischen Barcelona stattfindet, stellte Intel neue Hardware-Partner für sein Smartphone-Geschäft vor. Neben dem französischen Netzbetreiber Orange, der am Montag ein Santa Clara genanntes Handy auf Basis des Intel Referenz-Designs ankündigte, reihen sich das chinesische Unternehmen ZTE und Lava International Ltd., ein Anbieter aus Indien, ein. Bereits im Boot sitzen Motorola und Lenovo, wie Intel im Januar anlässlich der CES in Las Vegas mitteilte. Außerdem sprach der Chipriese aus Kalifornien über neue Smartphone SoCs (System on Chip), den Zeitplan für den Umstieg auf die 22-Nanometer-Fertigung und kontaktloses Bezahlen.

Ja-Wort von ZTE und Lava

Wie mit Motorola will Intel nun auch mit dem Hersteller ZTE, der seinen Markennamen in Deutschland stärken möchte, über einen Zeitraum von mehreren Jahren im Bereich von Smartphones und Tablet PCs zusammenarbeiten. Die ersten Geräte von ZTE mit Intel Prozessor stellt der Halbleiterhersteller für die zweite Jahreshälfte in Aussicht, ohne konkrete Märkte zu nennen. Das erschwingliche Orange Santa Clara mit Android-Betriebssystem soll laut Intel im Sommer erscheinen – allerdings nicht in Deutschland, sondern in Großbritannien und Frankreich, dem Wirkungskreis von Orange. Auf dem indischen Markt ist der Anbieter Lava aktiv, der Anfang des zweiten Quartals ein Smartphone namens XOLO für die wichtigsten indischen Netze herausbringen wird.

Neue Smartphone-Chips

Das Handy-Modell von Orange nutzt den Intel Atom Z2460 Single-Core-Prozessor mit dem Codenamen Medfield. Das bislang vorgestellte Modell ist mit 1,6 Gigahertz (GHz) getaktet, laut Intel soll die Plattform künftig aber bis zu 2 GHz unterstützen. Zusätzlich werden zwei neue Atom CPUs eingeführt. Der Intel Z2580 Prozessor soll doppelt so leistungsstark sein und ermöglicht auch die Herstellung von Smartphones mit LTE-Anbindung. Der von Orange verwendete Intel XMM-6260-Chipsatz unterstützt beispielsweise maximal HSPA+ mit einer Geschwindigkeit von bis zu 21 Megabit pro Sekunde. In der zweiten Hälfte des laufenden Jahres will Intel erste Muster an seine Kunden ausliefern. Bis die Smartphones für den Endkunden bereitstehen, wird das erste Halbjahr des kommenden Jahres erreicht sein. Auch mit dem Atom Z2000 rechnende Handys sind nicht vor Anfang 2013 zu erwarten: Die mit 1 GHz getaktete CPU ist für Schwellenländer gedacht und kann über HSPA+ (Intel XMM 6265 3F) mobiles Internet nutzen sowie mit zwei SIM-Karten betrieben werden.

Android Apps und kontaktloses Bezahlen

Dass sich die Intel-Handys mit möglichst vielen Android Apps verstehen, soll mit einer engen Zusammenarbeit mit Google und Software-Herstellern sichergestellt werden. Alle drei SoCs werden im 32-Nanometer-Prozess gefertigt, der Umstieg auf die nächstkleinere Strukturbreite soll Anfang kommenden Jahres erfolgen. Dann plant Intel, entsprechende Atom-Chips zur Prüfung an die Carrier auszuliefern. Die Produktion im 14-Nanometer-Verfahren sei bereits in Arbeit und ist für 2014 angesetzt.

Dem Thema mobiles Bezahlen wird Intel sich ebenfalls widmen. Hierzu kooperiert der Chip-Hersteller mit dem Kreditkartenherausgeber Visa und hat seine Smartphones für den Bezahl-Service Visa payWave zertifiziert. Via NFC (Near Field Communication) erfolgt die Zahlung kontaktlos.

(Saskia Brintrup)

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