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Instant Messaging holt Telefon und E-Mail ein

Einer Studie der Marktforscher von Gartner zufolge wird sich in den kommenden Jahren Instant Messaging als zentrale Lösung für Telefonie sowie Video- und Text-Chat durchsetzen.

25.06.2007, 13:19 Uhr
Video Chat© Monkey Business / Fotolia.com

Der Abgesang auf die traditionelle Telefonie wird seit einigen Jahren in verschiedenen Zusammenhängen angestimmt: Das Handy löst das Festnetz ab, VoIP bedroht hingegen sowohl das Fest- als auch das Mobilfunkgeschäft. Die Marktforscher der britischen Gartner Inc. sehen nun noch aus einer anderen Richtung Konkurrenz nahen: Ihrer aktuellen Studie zufolge wird sich in den kommenden Jahren Instant Messaging als zentrale Lösung für Sprach-, Video- und Text-Chats durchsetzen.
Unternehmen entdecken IM
Gartner erwartet, dass bis zum Jahr 2013 Instant Messaging (IM) von rund 95 Prozent der Mitarbeiter großer globaler Organisationen genutzt wird, um in Echtzeit zu kommunizieren. Dem weltweiten Markt für IM-Unternehmenslösungen sagt die Studie ein Wachstum von umgerechnet rund 198,3 Millionen Euro im Jahr 2005 auf knapp 511 Millionen Euro in 2010 voraus. Instant Messaging habe sich von einer Randerscheinung zu einer zentralen Schlüsselfigur in der Unternehmenskommunikation entwickelt und ersetze zunehmend bestehende Lösungen per Telefon oder E-Mail. "Auch wenn die IM-Nutzung bisher eher durch Privatkunden geprägt war, erwarten wir einen Anstieg der Marktanteile der IM-Lösungen für Unternehmenskunden von rund 25 Prozent auf fast 100 Prozent zum Ende dieser Dekade", so David Mario Smith, Analyst bei Gartner.
Sicherheit über Firewall hinaus
Dabei empfehlen die Marktforscher den Einsatz von speziellen IM-Unternehmenslösungen, einschließlich IBM und Microsoft, um die Sicherheit des Datenverkehrs über die Firewall hinaus zu gewährleisten. Verbindungen zu öffentlichen Angeboten, wie AOL/AIM, Yahoo oder MSN sollten Gartner zufolge hingegen durch spezielle IM-Sicherheitssoftware geschützt werden, wie sie von Facetime, Akonix oder Symantec/IMLogic angeboten würden. Dass IM in absehbarer Zeit die E-Mail Nutzung komplett ersetzen wird, sieht Smith trotz aller guten Zukunftsaussichten nicht. So werde IM zunehmend als Mittel genutzt, schnell Informationen an Einzelne oder ganze Gruppen zu kommunizieren. Detaillierter wird es hingegen per E-Mail, die außerdem leichter archiviert werden können als Instant Messaging Nachrichten.

(Aleksandra Leon)

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