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Innenminister beschließen Killerspiel-Verbot

Ego-Shooter und andere sogenannte Killerspiele sollen nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz verboten werden. Der Bundestag muss aber noch zustimmen, berichtet "Welt Online".

05.06.2009, 17:24 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Nun ist es amtlich: sogenannte Killerspiele werden wohl endgültig verboten. Sowohl Herstellung als auch Verbreitung sollen in Zukunft untersagt sein. Dies beschloss am Freitag die Innenministerkonferenz (IMK) in Bremerhaven als erklärte Reaktion auf den Amoklauf in Winnenden.
Rasche Umsetzung gefordert
Betroffen sind laut "Welt Online" alle Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen sowie unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen sei. Die Innenminister der 16 Bundesländer sprachen sich zudem für eine rasche Umsetzung des Verbotes aus. Der Bundestag muss einem solchen Verbot jedoch noch zustimmen.
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) begründete den Beschluss damit, dass die Ursache von Amokläufen wie in Winnenden insbesondere auch im Konsum gewaltätiger Computerspiele liege. "Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt", erklärte Schünemann gegenüber "Welt Online". Die Konsequenz von Winnenden könne daher nicht nur eine Verschärfung des Waffenrechts sein, so der Minister. Die Entscheidung zu einem Verbot der Spiele bleibt derweil weiterhin umstritten. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es bisher keinen Nachweis für mehr Gewalt durch Killerspiele.

(Christian Wolf)

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