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Infineon: Illegale Preisabsprachen werden teuer

Preisabsprachen bei Speicherchips kommen Infineon teuer zu stehen. Der deutsche Halbleiter-Hersteller und fünf Wettbewerber müssen in einem Vergleich mit dem kalifornischen Justizministerium insgesamt 173 Millionen Dollar zahlen.

25.06.2010, 19:01 Uhr (Quelle: DPA)
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Preisabsprachen bei Speicherchips kommen Infineon teuer zu stehen. Der deutsche Halbleiter-Hersteller und fünf Wettbewerber müssen in einem Vergleich mit dem kalifornischen Justizministerium insgesamt 173 Millionen Dollar (140 Millionen Euro) zahlen. "Das große Preisschild dieses Vergleichs soll als Warnung dienen", sagte Justizminister Edmund Brown am Donnerstag in Los Angeles.

Auch die EU ist unzufrieden

Es ist das zweite Mal binnen kürzester Zeit, dass Infineon für die Verfehlungen der Vergangenheit zur Kasse gebeten wird. Erst vor einem Monat hatte die EU-Kommission wegen der gleichen Vorwürfe ein Bußgeld über insgesamt 331 Millionen Euro verhängt. Neben den Deutschen belangte die US-Justiz die heimische Micron sowie die asiatischen Wettbewerber NEC, Hynix, Elpida und Mosel-Vitelic.

"Diese Unternehmen haben sich zu einem illegalen, globalen Verbund verschworen, um Preise für Computerchips festzulegen", sagte Brown. Firmenvertreter hätten sich in den Jahren 1998 bis 2002 regelmäßig getroffen oder telefoniert, um sich abzustimmen. Es habe sich um eines der größten Kartelle gehandelt, das jemals entdeckt worden sei.

Brown handelte den Vergleich im Namen von 32 weiteren US-Bundesstaaten aus. Ein Richter muss der Vereinbarung nun noch seinen Segen geben.

Unternehmen bekennt sich schuldig

Infineon bekannte sich laut dem Justizministerium schuldig. Aus dem Geschäft mit Speicherchips (DRAM) sind die Münchener aber längst ausgestiegen: Die 2006 ausgegliederte Speicherchip-Tochter Qimonda ging im vergangenen Jahr nach einem heftigen Preisverfall pleite. 12.000 Menschen verloren ihren Job.

(Hayo Lücke)

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