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Infineon droht der DAX-Rauswurf

Der Aufsichtsratschef des Halbleiter-Konzerns Infineon, Max Dietrich Kley, hat wenig Hoffnung auf einen Verbleib seines Unternehmens im deutschen Leitindex DAX.

09.02.2009, 10:54 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Aufsichtsratschef des Halbleiter-Konzerns Infineon, Max Dietrich Kley, hat wenig Hoffnung auf einen Verbleib seines Unternehmens im deutschen Leitindex DAX. "Wenn Sie sich die Zahlen anschauen, wird das schwer", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Der Kurs müsste sich schon schnell deutlich nach oben bewegen. Aber angesichts der Hauptversammlung, die aggressiv und mit wenigen guten Nachrichten verlaufen wird, ist das kaum zu erwarten."
Entscheidung im März
Im März entscheidet die Deutsche Börse neu über die Zusammensetzung der Indizes. Entscheidend für einen DAX-Auf- oder Abstieg ist neben der Marktkapitalisierung, also dem Börsenwert eines Unternehmens, vor allem die Höhe des Streubesitzanteils. Die Deutsche Börse verlangt einen Anteil frei handelbarer Aktien von mindestens zehn Prozent.
Die Infineon-Aktie stand zuletzt bei 0,82 Euro. Anfang vergangenen Jahres waren es noch rund acht Euro. Der Konzern hat vor allem wegen seiner inzwischen insolventen Speicherchip-Tochter Qimonda im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von rund 3,1 Milliarden Euro eingefahren. Auch das neue Geschäftsjahr begann schlecht: Von Oktober bis Dezember fiel ein Minus von mehr als 400 Millionen Euro an. Hier belastete vor allem die drastisch gesunkene Nachfrage nach Chips aus der Autoindustrie.
Staat soll helfen
Kley forderte daher Hilfe vom Staat. "Die Frage der Förderung ist für die Zukunft der Chipbranche zentral. Wir brauchen mehr öffentliche Mittel, um zu bestehen." Die Forschungsförderung dürfe sich nicht nur auf erneuerbare Energien konzentrieren. "Wir sollten nicht vergessen, dass die Chipindustrie für viele Branchen wie Autohersteller in Deutschland eine Schlüsseltechnologie ist."
Persönliche Konsequenzen aus der schwierigen Lage bei Infineon will Kley zunächst aber nicht ziehen: "Seinen Rücktritt sollte man nie ausschließen. In einer außerordentlich schwierigen Zeit wie jetzt kann ich mich aber nicht aus der Verantwortung stehlen."

(Hayo Lücke)

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