Handysoftware

"In-App Billing": Android Apps werden zum Webshop

Mit dem neuen Dienst "In-App Billing" erweitert Google die Monetarisierungsmöglichkeiten von Android-Entwicklern. Diese haben nun die Möglichkeit, Verkäufe digitaler Waren direkt aus ihren Apps heraus abzuwickeln.

30.03.2011, 12:16 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Mit dem neuen Feature In-App Billing erweitert Google die Monetarisierungsmöglichkeiten von Android-Entwicklern. Diese haben nun die Möglichkeit, Verkäufe digitaler Waren und zugehörige Zahlungstransaktionen direkt aus Applikationen heraus abzuwickeln, die per Android Market vertrieben werden. Auch Google's eigene Einnahmen dürften dank der üblichen Umsatzbeteiligung weiter kräftig zulegen.

Schnittstelle beliebig integrierbar

Um die Funktionalität des Dienstes besser zu veranschaulichen, hat Google eine Test-App erstellt, die zu Demonstrationszwecken heruntergeladen werden kann. Der notwendige Quellcode kann von jedem Programmierer ohne Einschränkung verwendet werden und lässt sich in jede beliebige App integrieren. Als Voraussetzungen nennt der Suchmaschinenriese lediglich ein gültiges Publisher–Konto sowie einen Händler-Account bei Checkout. Die App-interne Kaufabwicklung wird zu den bekannten Konditionen über den Android Market realisiert. Wie bisher verlangt Google bei Verkäufen eine Provision beziehungsweise "Transfergebühr" in Höhe von 30 Prozent. Offeriert werden können Downloads jeder Art wie etwa Musikdateien, Fotos, Videos, Upgrades oder Add-ons für Smartphone-Spiele. Gezahlt wird unter anderem per Kreditkarte.

Weitere Informationen zu den Möglichkeiten und Bedingungen von In-App Billing stehen unter developer.android.com zur Verfügung. Erste Programme mit dem neuen Service wurden bereits vorgestellt - beispielsweise die Musik-App Tap Tap Revenge 4 oder das Spiel Deer Hunter.

Sicherheitshinweise beachten

Entwicklern, die eine Verwendung von In-App Billing in Erwägung ziehen, wird allerdings dringend empfohlen, diverse Sicherheitshinweise zu beachten. Ob diese tatsächlich genügen, um einen Missbrauch des Dienstes sowie sensibler Zahlungsdaten zu verhindern, muss sich allerdings noch zeigen. Da Apps vor Veröffentlichung im Android Market keiner Überprüfung auf Integrität unterzogen werden, ist zumindest die Gefahr unlauterer Aktivitäten stets gegeben.

Erst kürzlich musste Google nach Hinweisen eines Sicherheitsunternehmens dutzende bösartiger Programme aus dem hauseigenen App-Shop entfernen. Die Dunkelziffer bei mehreren zehntausend Applikationen dürfte aber weiterhin recht hoch sein. Zudem sorgt die zunehmende Verbreitung von Android dafür, dass auch Kriminelle verstärkt auf die Plattform aufmerksam werden.

(Christian Wolf)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang