News

Immer mehr Verbraucher meiden US-Internetdienste

Die finnische IT-Sicherheitsfirma F-Secure fand in einer Umfrage heraus, dass immer mehr Menschen bereit sind, aus Datenschutzgründen von US-Internetdiensten zu sicheren Diensten aus anderen Ländern zu wechseln.

31.10.2014, 08:01 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Eine Umfrage der finnischen IT-Sicherheitsfirma F-Secure zeigt, dass viele Menschen in den letzten Monaten ihre Gewohnheiten bei der Internetnutzung geändert haben. Grund dafür sind verstärkte Bedenken bezüglich der Privatsphäre. Befragt wurden 4.800 Menschen aus sechs Ländern. Erst kürzlich riet auch der amerikanische Whistleblower Edward Snowden den Menschen in einem Video-Interview: "Verabschieden Sie sich von Dropbox, Facebook und Google."

Bereitschaft zum Wechsel vorhanden

53 Prozent der Befragten erklärten sich bereit, von Diensten wie Google zu Anbietern mit mehr Privatsphäre zu wechseln, weil ihnen die suchbasierte Erstellung persönlicher Profile ein Dorn im Auge ist. 56 Prozent gaben an, bei der Nutzung amerikanischer Dienste seit einem Jahr vorsichtiger geworden zu sein. Ganze 46 Prozent der befragten Nutzer wären sogar bereit, dafür zu bezahlen, dass ihre Daten nicht über amerikanische Leitungen übertragen werden. Besorgt über das enorme Ausmaß der Massenüberwachung durch Geheimdienste in den Ländern durch die ihre Daten transportiert werden zeigten sich sogar 70 Prozent.

In der Umfrage zeigt sich auch, dass nicht nur eine große Bereitschaft für Veränderung existiert, sondern viele Nutzer auch schon aktiv Maßnahmen für mehr Privatsphäre ergriffen haben. 68 Prozent nutzen bereits den Inkognito-Modus ihres Browsers oder verschlüsseln ihre Kommunikation. Das Unternehmen Profildaten als Gegenleistung für einen kostenlosen Dienst erheben finden 57 Prozent der Befragten nicht richtig.

Deutsche mit am meisten besorgt - F-Secure bietet Lösungen an

Befragt nach Bedenken bezüglich Datenschutz liegt Deutschland weit vorne. Hierzulande gaben 60 Prozent der Befragten an, ihre Nutzungsgewohnheiten aufgrund von Sorgen um Datenschutz geändert zu haben. Größer sind die Bedenken nur noch in Brasilien und auf den Philippinen, dort sind es sogar 67 Prozent. Geringer sind die Sorgen in Frankreich (49 Prozent), den USA (47 Prozent) und Großbritannien (45 Prozent).

"Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass sich das Meinungsklima verändert hat", erklärt Samu Konttinen, Executive Vice President Consumer Security bei F-Secure. "Die Menschen sind besorgt, das wird hier sehr deutlich. Sicherheit ist Vertrauenssache und hier wurde viel aufs Spiel gesetzt." Weiterhin verweist Konttinen auf die finnische Herkunft seines Unternehmens und die dort geltenden strengen Sicherheitsbestimmungen.

Als Folge dieser Entwicklung bietet F-Secure neue Produkte und Dienste an, die besonders hohe Anforderungen an den Datenschutz erfüllen sollen. F-Secure Younited ist ein Speicher- und Synchronisationsdienst, der komplett verschlüsselt ist. Die Sicherheits- und Online-Datenschutz-Lösung F-Secure Freedome soll Nutzern überall eine verschlüsselte Verbindung ermöglichen, auch in öffentlichen WLAN-Netzen. Mit F-Secure App Permissions steht schließlich noch ein Tool zur Verfügung, welches Android-Nutzern zeigen soll, welche Apps ihre Privatsphäre bedrohen.

(Falko Kuplent)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang