Ärgernis

Immer mehr Online-Käufe werden vom Zoll gestoppt

Der Zoll fängt immer mehr Online-Bestellungen ab, die aus dem Ausland geliefert werden. Oft sind Produkte nicht richtig gekennzeichnet. Dann wird das vermeintliche Schnäppchen aus Fernost schnell teurer.

Melanie Zecher, 29.04.2019, 11:23 Uhr
Online Shopping© goodluz / Fotolia.com

Berlin – Für immer mehr Online-Shopper, die besonders günstige Waren außerhalb der EU bestellt haben, endet der Online-Kauf beim Zollamt. Allein in Berlin Schöneberg war 2018 für mehr als 90.000 Paketsendungen, die außerhalb der EU aufgegeben wurden, Endstation - sie waren nicht richtig deklariert. Die Zahl der vom Zoll gestoppten Sendungen hat sich in den letzten Jahren immer weiter erhöht. Das haben Recherchen des rbb-Verbrauchermagazins SUPER.MARKT ergeben.

Zollabgaben machen den Einkauf teurer

Oft ärgern sich Kunden, wenn Waren, die sie außerhalb der EU in einem Onlineshop bestellt haben, durch zusätzliche Zollabgaben zum teuren und lästigen Einkauf werden. Denn durch die zusätzlichen Kosten ist das vermeintliche Schnäppchen meist gar keines mehr, und dann muss man auch noch die Zoll-Formulare ausfüllen.

Schmuggelware und fehlende Kennzeichnung

Probleme bereiten etwa viele Produkte aus Fernost, die keine CE-Kennzeichnung haben. Damit ist eben nicht klar, ob sie den Anforderungen der EU an entsprechende Produkte genügen. Darüber hinaus habe der Artenschmuggel extrem zugenommen, sagt Claudia Rossow-Scholl. "Die Krokodilledertasche, die früher über Flughäfen eingeschmuggelt wurde, wird heute über den Online-Handel bestellt."

Viele Kunden ist Auslandsbestellung nicht bewusst

Der Großteil der Online-Shopper bestellt die Waren im Glauben, sie von einem einheimischen Lieferanten zu bekommen. "Viele Kunden stellen erst im Nachhinein fest, dass ihr Produkt eigentlich aus Asien oder aus anderen Drittländern außerhalb der EU kommt", sagt Claudia Rossow-Scholl, stellvertretende Pressesprecherin des Hauptzollamts Berlin gegenüber SUPER.MARKT. Das könne durchaus auch bei großen Anbietern wie Amazon passieren.

Mehr als 70 Prozent der deutschen Online-Shopper ordern heute bereits im Ausland, wobei jeder Vierte das erst im Nachhinein bemerkt. Über die Hälfte dieser im Internet bestellten Waren kommt aus China.

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang
NewsletterPopup