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Immer mehr Internetnutzer, aber zu wenig Breitband

Die Zahl der Deutschen, die sich auf der weltweiten Datenautobahn bewegen, nimmt weiter zu. In Sachen Geschwindigkeit beim Surfen hinkt man hierzulande jedoch hinterher.

28.02.2007, 14:06 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Die Zahl der Deutschen, die sich auf der weltweiten Datenautobahn bewegen, nimmt weiter zu. Das geht aus den neuen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. Demnach nutzen mittlerweile 65 Prozent der Deutschen ab zehn Jahren das Internet. Mehr als die Hälfte, nämlich 56 Prozent der Internetnutzer gehen dabei täglich oder zumindest fast täglich online.
Gesurft wird viel…
Während man hierzulande auf der realen Autobahn jedoch nichts von Geschwindigkeitsbeschränkungen hält, wird online noch kräftig gebremst: Im EU-Vergleich hinkt Deutschland bei der Breitband-Nutzung weit hinterher. Die EU-Kommission macht dafür den mangelnden Wettbewerb verantwortlich und hat im Fall der schnellen VDSL-Technik ein Verfahren gegen die Bundesregierung eröffnet.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist der Anteil der Internetnutzer im Vergleich zu 2005 um vier Prozentpunkte gestiegen, um sechs Prozentpunkte stieg die Zahl derer, die täglich surfen. Dabei stellten die Zahlenjongleure jedoch Unterschiede bei den Altersgruppen sowie zwischen Männern und Frauen fest und bestätigen damit die Ergebnisse des (N)Onliner Atlas 2006. Im Auswertungszeitraum, dem ersten Quartal vergangenen Jahres, waren 92 Prozent der 10- bis 24-Jährigen online, davon mehr als die Hälfte täglich. Im Alter zwischen 25 und 54 Jahren sind immerhin noch 80 Prozent im Netz. Jenseits der 54 Jahre zeichnet sich ein anderes Bild ab: In dieser Altersgruppe bewegen sich bisher lediglich 30 Prozent im Internet. Insgesamt liegen die Männer dabei immer noch mit 71 Prozent eine Nasenlänge vor den Frauen mit 60 Prozent.
Privat verwenden 85 Prozent der Nutzer das Internet für E-Mail Kommunikation oder suchen nach Informationen zu Waren und Dienstleistungen (83 Prozent). Auch Reisedienstleistungen sind mit 55 Prozent mittlerweile weit verbreitet und 42 Prozent sparen sich den Gang zur Bank, indem sie Online-Banking nutzen.
…mit angezogener Handbremse
Bei der Deutschen liebsten Internetanwendungen ist Geschwindigkeit jedoch bisher weniger wichtig gewesen. Bis 2010 soll zwar in Deutschland die Hälfte der privaten Haushalte einen Breitbandzugang zum Internet haben. Das ist erklärtes Ziel der Bundesregierung. Bislang sind in Sachen Breitbandzugängen die Surfer hierzulande aber gerade mal Mittelklasse. Nur 34 Prozent der Haushalte und Unternehmen haben einen Breitband-Anschluss, das ist kaum mehr als der EU-Schnitt von 32 Prozent.
Damit wird das Hightech-Land Deutschland von kleinen Staaten wie Belgien (48 Prozent) und Luxemburg (44 Prozent) überholt. Auch Großbritannien (44 Prozent) und EU-Neuling Estland (37 Prozent) sind besser. Schlusslichter im EU-Vergleich sind hingegen Griechenland mit nur vier Prozent angeschlossener Haushalte und Unternehmen. Es folgen die Slowakei mit elf Prozent und Zypern mit zwölf Prozent. Spitzenreiter bei Breitband sind hingegen die Niederlande: Hier haben nach neuesten Zahlen des EU-Statistikamtes Eurostat vom November 66 Prozent aller Haushalte und Unternehmen einen schnellen Zugang. Es folgen Dänemark mit 63 Prozent und Finnland mit 53 Prozent.

(Aleksandra Leon)

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