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Im Fadenkreuz von Cyber-Kriminellen

Der Trend geht zum Betrug am Privatanwender – das ergibt der aktuelle Report zum Thema Sicherheitsbedrohung der Antivirenexperten von Symantec.

25.09.2006, 13:11 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Rund 86 Prozent aller Angriffe durch Cyber-Kriminelle haben mittlerweile Privatanwender im Visier. Dabei ist immer häufiger der finanzielle Profit das Ziel. Das ergibt sich aus dem aktuell erschienenen Internet Sicherheitsreport des US-Unternehmens Symantec, einem Halbjahresbericht, der gerade zum zehnten Mal erschienen ist. Grund dafür sind den Sicherheitsexperten zufolge die weniger etablierten Schutzvorkehrungen in diesem Sektor.
Profit im Fokus
Identitätsdiebstahl, Betrug und finanziell motivierte Verbrechen – das sind die Hauptbedrohungen, mit denen insbesondere private Internetnutzer heute konfrontiert werden. Die Arten der Cyber-Attacken werden dabei immer vielfältiger. Die Angreifer versuchen mit wechselnden Methoden der Entdeckung zu entgehen und die Verweildauer auf einem System zu verlängern.
So gewinnen sie Zeit, um Informationen zu stehlen, den Computer zu kidnappen, einen Remote-Zugang zu erhalten oder auf andere Weise vertrauliche Informationen zu gefährden und daraus Profit zu schlagen. "Angreifer sehen private Computernutzer als das schwächste Glied in der Sicherheitskette an und davon wollen sie profitieren", so Olaf Lindner, Senior Director Consulting Services bei Symantec.
Sicherheitslecks als Hintertür
Zudem beobachten die Sicherheitsexperten einen Strategiewechsel der Angreifer: Immer häufiger sind Sicherheitslücken in Software, wie Web-Browser, E-Mail Clients und anderen Desktop-Applikationen das Ziel. Zwischen Januar und Juni dieses Jahres, dem Beobachtungszeitraum des Sicherheitsreports, waren in 69 Prozent aller von Symantec dokumentierten Fälle Sicherheitslecks in Web-Applikationen das Ziel der Angriffe. Bei den Web-Browsern ergaben sich erhebliche Zunahmen: Während im vergangenen Halbjahr noch 17 Sicherheitslücken bei Mozilla dokumentiert wurden, waren es diesmal 47. Der Internet Explorer von Microsoft kam vorher noch auf 25, im aktuellen Report sind es bereits 38. Selbst Apples Safari-Browser hat sich von sechs auf zwölf Sicherheitslecks gesteigert.
Auch Phishing nahm erheblich zu: Im Vergleich zum vorangegangenen Halbjahr entdeckten die Sicherheitsexperten 81 Prozent mehr Angriffe dieser Art. Dabei wurden gefälschte Seiten von Finanzdienstleistern mit 84 Prozent besonders häufig von Symantec gefunden. Spam macht dem Report zufolge mittlerweile 54 Prozent des gesamten, beobachteten Mail-Verkehrs aus. Damit diese Nachrichten nicht geblockt werden, finden sich Schadprogramme immer seltener in der E-Mail selbst.
Stattdessen ist ein Link zu einer Website mit dem Schädling eingebaut. Nicht zuletzt die 4,6 Millionen einzelnen, aktiven Bot-Netzwerk Computer, die Symantec identifiziert hat, sind an der hohen Spam-Verbreitung Schuld – meist ohne, dass ihre Besitzer davon überhaupt wissen. Die so genannten Bot-Netzwerke sind auch Ursprung zahlreicher Denial-of-Service (DoS) Attacken, eine der Hauptrisiken für Unternehmen und Organisationen. Im ersten Halbjahr 2006 beobachtete Symantec durchschnittlich 6.110 DoS-Attacken am Tag.

(Aleksandra Leon)

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