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Im Angebot: Dynamik, Kommunikation, Service

Was bedeuten die zahlreichen Features der Hosting-Angebote? Und wer braucht sie? Ein kleiner Einstieg ins Fachchinesich.

08.11.2005, 13:11 Uhr
Netzwerk© TheSupe87 / Fotolia.com

Beim Hosting geht es nicht nur um Speicherplatz im Internet. Man muß das Angebot auf eine Menge Details abklopfen: das fängt bei der Kommunikation (sprich: Mail) an, geht über dynamische Gestaltungsmöglichkeiten mit Datenbanken und Skriptsprachen und hört auch mit der täglichen Administration nicht auf.
Kommunikationszentrale
Ein eigener Mailserver oder zumindest die Möglichkeit, E-Mails zu empfangen und zu versenden, ist Teil der meisten Hosting-Angebote. Sinnigerweise geschieht das dann über die zuvor ausgewählte eigene Domain. Um die Mails auch verarbeiten zu können, gibt es meist entweder ein Webinterface und/oder die Möglichkeit, Nachrichten über POP3 bzw. SMTP zu empfangen und verschicken. Bei einigen Hostingpaketen ist auch die zentrale Verwaltung des Postfachs auf dem Webserver per IMAP möglich. Dafür braucht man ein Mailprogramm wie zum Beispiel Outlook.
Wer keine spezifische Adresse einrichten mag, kann oft ein sogenanntes "Catchall" einsetzen: alle Nachrichten, die an meine-domain.de gehen, also z.B. an ich@meine-domain.de, webmaster@meine-domain.de oder mail@meine-domain.de, kommen im gleichen Postfach an. Eine Unterscheidung findet nicht statt, wahrscheinlich kommt so eine Menge Spam in dem fraglichen Postfach zusammen. Möglich ist auch ein sogenannter "Redirect", also eine Umleitung einer oder mehrerer Adressen, so dass manMails unter mail@meine-domain.de empfangen kann, als Absender aber die eigene, altbekannte Adresse (z.B. meinemails@web.de) nutzt. So läuft alles über die gewohnte Adresse und gegebenenfalls auch über das vertraute Mailprogramm bzw. Webinterface.
Datenbanken und Skriptsprachen
Wer sich ein bisschen Dynamik für seine Website wünscht, kommt mit HTML, der ursprünglichen WWW-Sprache, nicht mehr allzu weit. Eine Datenbank, welche die Basis für viele umfangreiche Angebote im Netz ist, setzt aber voraus, das mySQL oder Microsofts SQL auf dem Server laufen. Dies bieten viele Hoster gleich vorkonfiguriert an, so dass die Datenbank im Hintergrund meist bereits "steht".
Skriptsprachen sorgen ebenfalls für Dynamik. Beliebt ist z.B. PHP, welches einen hohen Bekanntheitsgrad durch Software wie "phpBB", ein beliebtes und mittlerweile etwas betagtes Diskussionsforum, erlangte. Ebenfalls häufig anzutreffen sind die Skriptsprachen Perl und ASP.NET. Will man so etwas einsetzen, sollte man den Hoster seiner Wahl fragen, ob dies möglich ist. Grundsätzlich ist umso mehr möglich, desto hochwertiger das Angebot ist. Und je abwechslungsreicher und professioneller eine Website gestaltet werden kann, desto besser.
Zur Einrichtung eines eigenen Webangebots oder zum Transfer bereits vorhandener Daten ist keine besondere Software nötig. Ein Browser auf einem PC mit Internetzugang reicht meist aus. Anspruchsvolle User bevorzugen vielleicht noch eine Konsole zur Administration oder nutzen FTP zum Datentransfer, doch alle notwendigen Tools sind auch in Hülle und Fülle kostenlos im Netz verfügbar.
Welche Software?
Wenn ein Hoster Software im Angebot hat, sollte man sich durchaus mal genau überlegen, ob man diese wirklich braucht. Schließlich erfordert jede neue CD mit einem Homepage-Erstellungsprogramm auch Einarbeitungszeit und Lernwillen. Und oftmals berechnen die Anbieter für den Versand zusätzliche Gebühren. Wer weiß, wie er sein FTP-Programm bedient und sich auch zutraut, sein Blog selbst einzurichten oder phpBB aufzusetzen, braucht keine Extra-Software.
Die bevorzugte Methode fü den Datenstransfer sollte stets FTP sein. Programme gibt es als Free- oder Shareware im Internet. Möglich, aber weniger komfortabel ist meist auch der Transfer via Webinterface. FTP sollte man aber grundsätzlich immer vorziehen, da es ungleich leistungsstärker und zudem komfortabler ist. Wer seine Daten auf einen "Shared Server" überträgt, wird auch nur sein eigenes Verzeichnis zu sehen bekommen. Da reichen ein FTP-Tool sowie ein bereitgestelltes Webinterface, welches die wichtigsten Infos und Einrichtungsmöglichkeiten wie Datenbankname oder Mailadressen bereitstellt, bereits vollkommen aus.
Server managen
Wer seinen eigenen Rootserver managed, kann dies via Konsole (dem Zugang über ein einfaches Programm, das Kommandozeilen akzeptiert, beliebt bei Puristen und Profis) tun oder sich Admin-Software wie "Webmin" oder "Plesk" installieren (lassen). Dann wird es dank Interface wieder komfortabler. Und wer gar keine Lust auf die technische Administration hat, kann diese Aufgabe seinem Hoster überlassen - dann spricht man von den bereits erwähnten "Managed Servern". Für Frickler vielleicht ein Nachteil: neben den höheren Kosten gibt es auch die Admin-"Entmündigung" obendrauf. Für die im WWW bereitgestellten Daten oder den eingerichteten Gameserver bleibt man aber bei Root- und Managed Server selbst verantwortlich. Auch hier kann man das Up- und Downloaden dank FTP einfach gestalten.
Angebote mit zwingend eingeblendeter Werbung (z.B. durch den Hoster oder seine Werbepartner) kann man mit einem Wort treffend bezeichnen: unzumutbar. Wer nicht einmal die wenigen Cents für eine winzige Web-Visitenkarte ausgeben mag, sollte sich überlegen, wie ernsthaft er wirklich im Web vertreten sein will.

(Stephan Humer)

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