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Illegales Online-Glücksspiel: Geldflüsse lassen sich nicht unterbinden

Um die Geldflüsse beim illegalen Online-Glücksspiel zu unterbinden, müssten Banken die Standorte der Spieler erfassen. Dies ist aus datenschutzrechtlichen Gründen aber nicht möglich, meint der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein.

14.12.2014, 11:31 Uhr (Quelle: DPA)
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Illegales Glücksspiel im Netz ist mit den derzeit angepeilten Methoden nach Ansicht von Experten kaum zu stoppen. Die Anbieter ließen sich nur schwer vom Zahlungsverkehr abschneiden, sagte Thilo Weichert, der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, am Donnerstag in Kiel.

Geldfluss nicht zu unterbinden

Zuvor hatten NDR und "Süddeutsche Zeitung" von einem Gutachten Weicherts berichtet. Das sogenannte Financial Blocking sei praktisch unmöglich, heißt es dort. Um die Geldflüsse zu unterbinden, müssten Banken und Kreditinstitute Daten über die Standorte der Spieler sammeln. Das sei aus datenschutzrechtlichen Gründen aber nicht akzeptabel, sagte Weichert demnach.

Das niedersächsische Innenministerium, für das Blocking bundesweit zuständig, wollte sich zu Weicherts Gutachen nicht äußern. Derzeit würden zwar Schritte zur Unterbindung von Zahlungsströmen vorbereitet, Anbieter von unerlaubtem Glücksspiel sollten aber nicht vorzeitig über Einzelheiten informiert werden.

Laut Glücksspielstaatsvertrag sind öffentliche Glücksspiele wie Poker und Casino-Spiele im Internet grundsätzlich verboten. Laut NDR und SZ wurden allein im September 28 Verfahren gegen Poker- und Kasino-Angebote im Internet eingeleitet.

(Peter Giesecke)

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