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IFA: Funkausstellung beginnt mit viel Optimismus

Die Branche der Unterhaltungselektronik setzt zu Beginn der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin ein Zeichen gegen die Wirtschaftskrise.

03.09.2009, 20:01 Uhr (Quelle: DPA)
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3D-Fernsehen als Messeneuheit, viel Optimismus und große Erwartungen: Die Branche der Unterhaltungselektronik setzt zu Beginn der Funkausstellung IFA ein Zeichen gegen die Wirtschaftskrise. Auf der weltgrößten Branchenschau zeigen von Freitag an 1.164 Aussteller aus 60 Ländern das Angebot eines Multimedia-Kaufhauses.
Branchen bieten Krise die Stirn
Weitere Themen der 49. IFA sind mehr Komfort und leichtere Bedienbarkeit, stromsparende Geräte, das hochauflösende High Definition Fernsehen HDTV sowie die weitere Verschmelzung von Internet und TV.
Die Branchen der Unterhaltungselektronik, Hausgeräte sowie Kommunikation und Fotografie zeigen sich als recht robust, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu, Rainer Hecker, bei der Eröffnungsgala am Donnerstag laut vorab verbreitetem Redetext. "Denn unsere Branchen bieten der Krise die Stirn."
3D-Fernsehen überraschend Thema
Zum aufsehenerregenden Thema der IFA wurde etwas überraschend das 3D-Fernsehen, das aus dem Kino bekannte dreidimensionale Bilder auch ins Wohnzimmer bringen soll. Die japanischen Branchenriesen Sony und Panasonic kündigten in Berlin 3D-taugliche Fernseher und Blu-ray-Abspielgeräte für das kommende Jahr an. "Nächstes Jahr wird sich das Fernsehen dramatisch verändern", prophezeite Panasonic-Manager Yoshiiku Miyata.
Branchenexperten und Wettbewerber meldeten allerdings umgehend Zweifel an. Es dürfte noch bis zu sieben Jahre dauern, bis die Technik ausgereift ist, sagte der amerikanische Technologie-Analyst Rob Enderle. "3D ist zwar der Traum der Fernsehzuschauer und der Ingenieure. Die Technologie läuft aber noch nicht stabil", sagte Philips-Manager Andrea Ragnetti. Es sei auch nicht klar, ob die Menschen bereit seien, sich mit 3D-Brillen vor den Fernseher ins Wohnzimmer zu setzen. Für den deutschen Premium-Hersteller Loewe ist 3D-Fernsehen ebenfalls noch Zukunftsmusik. Der Durchbruch der Technologie werde noch drei bis sieben Jahre auf sich wartenlassen, sagte Loewe-Chef Frieder C. Löhrer auf der IFA. "Kürzer geht es wohl nicht. Dies hängt auch mit dem Angebot von Inhalten ab."
Marktimpuls durch HDTV
Loewe denkt unterdessen über ein etwas günstigeres Einsteigermodell nach. Das Unternehmen werde aber auch in Zukunft kein Billig-Modell auf den Markt bringen, betonte Löhrer,
Vom Start von HDTV-Sendungen in hoher Auflösung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen 2010 erwartet der Loewe-Manager einen starken Marktimpuls. Der damit verbundene Qualitätsschub könne der Branche einen Absatzzuwachs von zehn bis 15 Prozent bringen. "Das Thema ist jetzt in Deutschland angekommen", stellte Löhrer fest.
Ende analoger Technologien gefordert
Hecker forderte von der Politik schnelle Überlegungen für eine Ende analoger Technologien. "Mit der Vereinbarung eines frühestmöglichen Zeitpunkts für die Abschaltung der Analogtechnik können wir gemeinsam mit der Politik ein sofort wirksames Konjunkturprogramm auslösen - ohne zusätzliche Kosten." Die Digitalisierung aller Übertragungswege werde zu erheblichen zusätzlichen Potenzialen führen.
Zur Energieeffizienz sagte Hecker, etwa die Hälfte des privaten Stromverbrauchs gehe auf Haushaltsgeräte zurück. Rechne man die Unterhaltungselektronik dazu, seien es knapp 75 Prozent. "Hier gibt es für den Verbraucher eine Menge Potenzial, um durch energieeffiziente Geräte den Geldbeutel und die Umwelt zu schonen."
Die 22 Messehallen unter dem Funkturm sind am Freitag von 10.00 Uhr an für das Publikum geöffnet.

(Michael Posdziech)

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