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IFA: ARD, Loewe und Spotify zeigen neue Ideen für Fernsehen und Musikhören

Fernseher werden immer häufiger mit Tablets und Smartphones vernetzt. Auf der IFA präsentieren z.B. die ARD sowie Loewe entsprechende Lösungen. Spotify arbeitet zudem stärker mit Geräteherstellern zusammen.

04.09.2014, 18:31 Uhr (Quelle: DPA)
Internationale Funkausstellung IFA© Messe Berlin

Bei Fernsehgeräten wird die Anbindung ans Internet immer wichtiger. Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin zeigte der deutsche Hersteller Loewe neue vernetzte Geräte, mit denen er seine Krise überwinden will. Und die ARD verknüpft ihre digitalen Zusatzangebote mit Tablets und Smartphones. Die Verzahnung bestimmt auch das Musikhören: Der Musikdienst Spotify weitet seine Zusammenarbeit mit Geräteherstellern aus. So wird das Smartphone zur Fernbedienung für Lautsprecher von Bose oder Panasonic. Währenddessen gab es auch Neuigkeiten zu Trends, die noch am Anfang stehen: Nach Sony und Samsung stellte auch die Firma LG eine digitale Computeruhr vor.

Loewe Smart-TVs per Tablet steuern

Loewe zeigte auf der IFA Fernsehgeräte, die vom Smartphone aus gesteuert werden oder das TV-Bild an ein Tablet weitergeben können. Loewe wolle tiefer ins Geschäft mit Heimvernetzung vorstoßen, sagte der neue Chef und Mitbesitzer Mark Hüsges am Donnerstag auf der Elektronikmesse. Hüsges und und sein Geschäftspartner Boris Levin hatten Loewe im Frühjahr über ihre Investmentfirma Stargate Capital übernommen. Das 1923 gegründete deutsche Traditionsunternehmen hatte 2013 nach hohen Verlusten einen Insolvenzantrag gestellt. Der Neustart sei geglückt, sagte Hüsges.

Er hofft unter anderem auf China als Absatzmarkt. Die enge Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Hisense erlaube Loewe einen günstigeren Zugang zu Bauteilen, sagte Hüsges. Mit Hisense werde zwar eine gemeinsame technische Plattform entwickelt, Loewe werde aber den Fokus auf das gehobene Premium-Segment beibehalten.

"ARD.connect" koppelt Smart-TV mit Tablet und Smartphone

Die enge Verbindung von Smartphone und Fernseher ist auch für den Fernsehsender ARD ein Thema. Die ARD bietet wie andere TV-Sender in Deutschland ein digitales Zusatzangebot unter dem Kürzel HbbTV an. Das bezeichnet einen Dienst für Fernseher, die ans Internet angeschlossen sind. Bislang wird das Angebot wenig genutzt, eine Verknüpfung mit Smartphones und Tablets soll für einen Schub sorgen.

So kann der Internet-TV-Dienst der ARD künftig über Smartphones und Tablet-PCs gesteuert werden. Dazu müssen die Geräte einmal miteinander gekoppelt werden. Um das Smartphone oder Tablet mit dem Fernseher zu verbinden, muss man mit der roten Taste der herkömmlichen TV-Fernbedienung die ARD-Mediathek aufrufen und dann die Ziffer "2" drücken. Danach erscheint ein schwarz-weißes Muster, das man als QR-Code mit dem Mobilgerät auslesen kann. Der QR-Code ruft dann auf dem Tablet oder Smartphone eine Browser-Seite auf, über die das Mobilgerät mit dem Fernseher gekoppelt wird. Es kann dann als "Second Screen" für interaktive Zusatzinformationen und als Touchscreen zur bequemeren Bedienung des HbbTV-Fernsehers benutzt werden.

"Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen, live oder zeitversetzt, überall und auf möglichst vielen Wegen", erklärte Lutz Marmor, ARD-Vorsitzender und Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR). 

Spotify kooperiert mit neuen Partnern

Der Musikdienst Spotify setzt ebenfalls auf die Verknüpfung von Geräten mit Smartphones und Tablets. Auf der IFA wurden am Donnerstag unter anderem Bose und Panasonic als neue Partner bekanntgegeben. Sie öffnen ihre Technik für das Angebot Spotify Connect, bei dem sich die Lautsprecher direkt mit dem Musikdienst verbinden und das Smartphone als Fernbedienung dient. Das soll für eine bessere Qualität sorgen und den Akku des Handys schonen. Bei Spotify werden Songs direkt aus dem Netz abgespielt.

Philips geht noch weiter als andere Hersteller und stellte Lautsprecher vor, die ausschließlich für die Nutzung mit Spotify gedacht sind. Eine neuen Funktion ist, dass die Musik mit einem Knopfdruck nahtlos von Gerät zu Gerät wechseln kann. Außerdem soll der Service verstärkt in Fernsehgeräte integriert werden.

Vernetzte Computeruhren von LG, Samsung und Sony

Immer mehr Unternehmen steigen in den Markt der vernetzten Computer-Uhren ein. LG Electronics präsentiert am Donnerstag seine neue Smartwatch "LG G Watch R", die einen runden Bildschirm hat. Der 1,3 Zoll große Bildschirm soll selbst bei Sonnenlicht klare Bilder liefern. Die Uhr läuft auf Basis des Google-Betriebssystems Android. Bereits am Mittwoch hatten Samsung und Sony neue Modelle ihrer Computer-Uhren vorgestellt. Samsung baut in seine Gear S ein eigenes UMTS-Modul ein, so dass man mit der Uhr direkt telefonieren kann.

Branchenbeobachter sehen großes Potenzial für den noch jungen Markt mit "Wearables", am Körper tragbaren Digitalgeräten. Nutzer sähen Uhren auch als Accessoire, erklärte LG. Die Uhr informiert über eingehende Nachrichten und Anrufe, ein Fitness-Tracker zum Überprüfen von Gesundheitsdaten ist ebenfalls integriert. Informationen lassen sich per Sprachbefehl abrufen.

Die IFA öffnet am Freitag für alle Besucher. Davor präsentierten große Unternehmen zwei Tage lang ihre Neuheiten den Journalisten.

(Jörg Schamberg)

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