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IDC: Tablets erhalten Konkurrenz - PC-Verkäufe weiter rückläufig

Der Tablet-Boom schien kaum aufzuhalten, doch bald wird er laut Marktforschern durch neue Geräteklassen wie Uhren und Brillen gebremst. Düster ist ihre Prognose für den schrumpfenden PC-Markt: Die Talsohle sei noch nicht erreicht.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Drei Jahre nach dem Erfolg des iPad sehen Marktforscher Grenzen für das Wachstum des Tablet-Marktes aufkommen. Die Analysten der Firma IDC trimmten ihre Prognose für den Absatz in diesem Jahr leicht. Sie sehen stärkere Konkurrenz für die Tablets durch Smartphones mit einem großen Bildschirm. Außerdem lenkten Verbraucher in Erwartung der Produktkategorie kleiner tragbarer Geräte wie Computer-Uhren oder Daten-Brillen schon jetzt ihre Ausgaben um. Die Aussichten für den PC-Markt sind den Experten zufolge richtig düster: Nach einem Minus von 9,7 Prozent in diesem Jahr soll es auch 2014 abwärts gehen. Diesen Trend kann auch das Windows-Betriebssystem 8.1 nicht stoppen.

Geringere Tablet-Verkäufe als erwartet

Bei Tablet-Computern erwartet IDC nun einen Absatz von 227,4 Millionen Geräten in diesem Jahr. Die bisherige Prognose lag bei 229,3 Millionen Tablets. Es ist zwar ein kleiner Unterschied, und auch mit der neuen Schätzung wäre der Markt immer noch fast 58 Prozent größer als 2012 - aber bisher wurden die Prognosen eher nach oben korrigiert oder übertroffen. Zum Jahr 2017 rechnet IDC mit dem Verkauf von 407 Millionen Tablet-Computern.

Damit werden die Tablets dann den klassischen PC nach Einschätzung der Marktforscher weit überholt haben. Sie rechnen für 2017 mit dem Verkauf von 319,8 Millionen Notebooks und Desktop-Rechnern. Im vergangenen Jahr waren es noch gut 349 Millionen, in diesem Jahr dürfte der Absatz auf rund 315 Millionen Geräte einbrechen. Für 2014 schätz IDC einen weiteren Rückgang um zwei Prozent, bis sich der Markt 2015 fängt. Er werde aber nie wieder die Größe von 2011 erreichen.

Das PC-Geschäft schrumpft schon seit mehr als einem Jahr, weil die Nutzer lieber zu Smartphones und Tablets greifen. Neu sei jetzt, dass auch der PC-Absatz in den Entwicklungs- oder Schwellenländern wie China falle, betonte IDC. Derzeit werden 70 Prozent der Personal Computer noch in solchen Ländern verkauft, in vier Jahren werde der Anteil auf gut 60 Prozent sinken. Dafür dürfte dort dann jedes zweite Tablet abgesetzt werden.

Tablets setzen sich nur langsam in Unternehmen durch

Zugleich sehen die Marktforscher die Tablet-Computer nur langsam in die Unternehmenswelt vordringen. Der Anteil der geschäftlichen Verkäufe von derzeit 10 Prozent wird auf 20 Prozent im Jahr 2017 steigen, prognostizieren sie.

Das erste Alarmsignal für den Tablet-Absatz in diesem Jahr kam bereits im zweiten Quartal, als die Verkäufe im Vergleich zum ersten Vierteljahr um zehn Prozent sanken. Die IDC-Experten führten dies unter anderem darauf zurück, dass es seit vergangenem Herbst keine neuen iPad-Modelle von Apple gab. Der Konzern dürfte demnächst zum Weihnachtsgeschäft die nächste Generation auf den Markt bringen.

(Jörg Schamberg)

Quelle: DPA

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