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IbC: Klägerin erwirkt Urteil gegen Avanio

Neuigkeiten zur Grundgebühren-Falle bei Avanio: Auf die Klage einer Berlinerin wurde der Provider zur Rückzahlung aller Monatsgebühren für den Tarif vanio.flexi verurteilt.

26.10.2007, 14:01 Uhr
ISDN© Daniel Kühne / Fotolia.com

Das Amtsgericht (AG) Dresden hat die funsurf24 GmbH dazu verurteilt, einer Berlinerin alle Monatsgebühren für den Internet-by-Call-Tarif vanio.flexi zurückzuzahlen. Dies teilte die "Stiftung Warentest" am Donnerstag mit. Darüber hinaus werde die Staatsanwaltschaft Dresden voraussichtlich Anklage wegen Betrugs erheben. Das Urteil vom 26. September mit dem Aktenzeichen 104 C 2202/07 bezieht sich auf die Grundgebühren-Falle von Avanio, über die wir bereits berichteten.
Ohne Kenntnis zum Mitglied
Zur Vorgeschichte: Der inzwischen zur funsurf24 Gmbh gehörende Provider Avanio betreibt verschiedene Tarife für die Internet-Einwahl per Modem. Mit dem Zugang vanio.flexi gehörte Avanio Mitte 2005 mit einem Minutenpreis von 0,43 Cent zu den günstigen Anbietern. Im August hatte der Provider jedoch die Preise geändert und für den Tarif eine monatliche Grundgebühr von 5,22 Euro brutto für eine Clubmitgliedschaft eingeführt.
Zum Mitglied wurden die betroffenen Nutzer dabei schon mit der ersten Einwahl über diesen Tarif. User, die über das Programm Smartsurfer automatisch online gingen, konnten so unwissentlich in die Kostenfalle tappen, da Avanio laut der Verbraucherzentrale Sachsen den Smartsurfer-Betreiber Web.de offensichtlich nicht rechtzeitig über die neuen Konditionen informierte. Viele Kunden bemerkten den Posten von 4,50 Euro netto auf ihrer Telefonrechnung erst wesentlich später. Auch im onlinekosten.de-Forum finden sich zahlreiche Einträge von betroffenen Nutzern. Einige haben bereits einen Teil ihres Geldes oder alle Beträge zurück erhalten, anderen wiederum hat Avanio bislang nichts erstattet.
Zur Rückzahlung verurteilt
Wie die Stiftung Warentest weiter berichtet, gingen bislang Hunderte von Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft in Dresden ein. Eine zivilrechtliche Klage erhob die Ehefrau von Bernd Schwenke, Projektleiter bei der Stiftung Warentest, die ebenfalls bei der Interneteinwahl mit Smartsurfer ohne Vorahnung zum Avanio-Clubmitglied wurde. Auf ihre Klage hin habe das AG Dresden die Funsurf24 GmbH zur Rückzahlung aller Mitgliedsbeiträge und zur Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt. In zwei weiteren Fällen habe das Amtsgericht die Verbraucherklagen abgewiesen. So hätte ein Kläger keine Beweise vorgelegt und der andere Kläger habe seine Rückzahlungsforderung nach Auffassung der zuständigen Richterin nicht genau genug begründet.
Der Anwalt von funsurf24 hat dem Bericht zufolge bereits angekündigt, in die Berufung zu gehen. Die Stiftung Warentest zeigt sich enttäuscht: "Der Aufwand, die Erstattung von unberechtigten Gebühren gerichtlich zu erzwingen, ist für kleinere Beträge jenseits jeden vernünftigen Verhältnisses". Opfern von Abzockern bleibe damit nur die Hoffnung auf Gerechtigkeit im Strafverfahren und auf mehr Verbraucherschutz in Zukunft.

(Saskia Brintrup)

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