Runderneuerte Version

Huawei Mate Xs: Zweiter Anlauf für das teure Falt-Smartphone

Vor einem Jahr gab es mit dem Klapp-Handy Mate X noch Probleme. Huawei wagt nun einen zweiten Versuch mit dem Mate Xs - dieses ist allerdings noch einmal teurer als das Mate X.

Jörg Schamberg, 24.02.2020, 15:17 Uhr (Quelle: DPA)
Huawei Mate XsDas Scharnier des faltbaren Smartphones Mate Xs hat Huawei komplett überarbeitet.© Huawei

Ein Jahr nach der Premiere der ersten faltbaren Smartphones hat der chinesische Technologiekonzern Huawei eine runderneuerte Version seines Klapphandys vorgestellt. Bei dem neuen Mate Xs sei der Scharniermechanismus komplett überarbeitet worden, sagte Richard Yu, Chef der Huawei-Konsumentensparte, am Montag. Ursprünglich hätte die Präsentation im Rahmen der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona stattfinden sollen, die wegen der Gefahr durch das neue Coronavirus abgesagt wurde.

Die Ausstattung des Huawei Mate Xs

Ausgeklappt verfügt das 300 Gramm wiegende Mate Xs über ein 8 Zoll großes Display. Zusammengeklappt stehen zwei Bildschirme mit 6,6 Zoll bzw. 6,38 Zoll zur Verfügung. Das neue Gerät wurde mit dem stärkeren Octa-Core-Prozessor Kirin 990 5G ausgestattet. Der Arbeitsspeicher ist 8 GB groß, die Kapazität des internen Speichers für Daten liegt bei 512 GB. Per NM-Card lässt sich der Speicherplatz um bis zu 256 GB erweitern.

Verbaut wurde eine Leica Quad-Kamera mit 40-MP-Weitwinkelobjektiv, 16-MP-Ultraweitwinkelobjektiv und 8-MP-Teleobjektiv. Zudem ist eine Time-of-Flight-Kamera für Tiefenschärfe verfügbar. Wenn das Smartphone zusammengefaltet ist, dient die Hauptkamera als Frontkamera. Neben 5G lassen sich LTE, WLAN AC, NFC und Bluetooth 5.0 nutzen. Die Akku-Kapazität liegt bei 4.500 mAh, als Betriebssystem kommt das auf Android basierende EMUI 10.0.1 zum Einsatz.

Huawei Mate Xs

Huawei Mate Xs

  • Betriebssystem Android
  • 40 Megapixel-Kamera
  • 8 Zoll OLED Display
  • 512 GB Speicher
  • ab 1.428,00 € mit Vertrag

Mate Xs kostet fast 2.500 Euro

Das Mate Xs kostet knapp 2.500 Euro - 200 Euro mehr als das erste Falt-Smartphone Mate X vor einem Jahr. Das Gerät soll ab Mitte März auch in Deutschland verfügbar sein. Das Mate Xs muss wegen des US-Boykotts allerdings ohne wichtige Google-Anwendungen auskommen.

Huawei steht seit Mai 2019 auf einer schwarzen Liste der Regierung Trump. Damit dürfen US-Unternehmen nur mit starken Einschränkungen Geschäftsbeziehungen zu dem chinesischen Konzern unterhalten. Für die meisten Smartphone-Modelle von Huawei läuft derzeit noch eine Art Schonfrist, in der der Android-Entwickler Google zumindest teilweise kooperieren kann. Für die neuen Huawei-Smartphones, die nach dem Mai auf den Markt gekommen sind, bleibt der Zugang zu wichtigen Google-Diensten allerdings versagt. Dazu gehörten die Google Mobile Services, Apps wie Youtube und Maps sowie die Play-Store-Infrastruktur zum Herunterladen von Anwendungen.

Top-Modelle von Huawei ohne Google-Apps

Von dem Boykott betroffen sind die neuen Spitzenmodelle, das Mate 30 und das Mate 30 Pro. Besitzer dieser Geräte können zwar auf eigene Faust mit Hilfe des sogenannten Sideload die fehlenden Apps auf ihr Gerät installieren. Allerdings warnte Google am Wochenende ausdrücklich vor diesem Verfahren. Beim Sideload wird der offizielle Play Store umgangen und die Anwendungen mit Hilfe einer APK-Datei direkt installiert. Google betonte, eine Sideload gefährde die Sicherheit des Smartphones.

Die Huawei-Konsumentensparte befinde sich insgesamt weiter auf Wachstumskurs, betonte Yu. Der Umsatz habe im vergangenen Jahr um 18 Prozent zugelegt. Bei den Smartphones habe das Plus 16,8 Prozent betragen.

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