Netztechnik

Huawei: Konkurrenz kann bei 5G nicht mithalten

Huawei ist sich sicher, in Sachen 5G-Technik allen anderen voraus zu sein. Die eigene Technik sei schneller, kleiner und verbrauche weniger Energie. Für Europa wäre ein Umstieg auf andere Provider wohl auch deutlich teuer.

Melanie Zecher, 24.02.2020, 10:42 Uhr (Quelle: DPA)
Huawei© Huawei Technologies Co., Ltd.

Der chinesische Netzausrüster Huawei sieht sich beim superschnellen 5G-Datenfunk vor der Konkurrenz. "Aus rein technischer Sicht sind unsere 5G-Basisstationen in Bezug auf die Übertragungsrate schneller als andere, sie sind kleiner und verbrauchen weniger Energie", sagte Huawei-Top-Managerin Catherine Chen der Deutschen Presse-Agentur. "Bei gleicher Größe versorgen unsere Basisstationen drei Mal mehr Benutzer als die Basisstationen anderer, und der Stromverbrauch beträgt nur ein Drittel der anderen."

Chen wies abermals Vorwürfe aus den USA zurück, Huawei könne von den Behörden in China zur Kooperation gezwungen werden: "In China gibt es solche Gesetze nicht." Kein chinesisches Gesetz verpflichte Unternehmen dazu, im Ausland Informationen zu sammeln oder Hintertüren einzurichten. Huawei könne eine "hervorragende Sicherheitsbilanz" vorweisen.

Embargo könnte zu dauerhaftem Ausschluss führen

Chen deutete zugleich an, dass amerikanische Unternehmen ihren Platz in Huawei-Produkten nach dem Embargo der US-Regierung dauerhaft verlieren könnten. "Bei einer längeren Zeitspanne, wie von zwei oder drei Jahren, wenn wir mit europäischen, japanischen und koreanischen Unternehmen schon lange sehr gut zusammengearbeitet haben, wird es nicht möglich sein, diesen neuen Partnern den Rücken zuzudrehen, die mit uns in schwierigen Zeiten zusammengearbeitet haben", sagte sie.

Das Weiße Haus hatte im Mai massive Einschränkungen für Geschäfte von US-Unternehmen mit Huawei verfügt. Unter anderem kann der chinesische Konzern dadurch bei neuen Smartphones keine Google-Dienste mehr vorinstallieren.

Verzicht auf Huawei-Technik wäre teuer

Die Europäer haben schon beim Aufbau der 4G-Netze oft Huawei-Technik verbaut. Und da 4G und 5G nahtlos ineinander übergehen, müsste man möglicherweise vorhandene LTE-Anlagen von Huawei aus dem Netz reißen, bevor man neue Technik der europäischen Huawei-Konkurrenten Nokia und Ericsson verbaut. Das würde eine Unmenge kosten. Manche Schätzungen gehen von einem Betrag von bis zu 55 Milliarden Euro aus. Dazu kommen zusätzliche Kosten beim 5G-Netzaufbau, denn die Anlagen von Nokia und Ericsson sind teurer als die Geräte von Huawei.

Nicht viel Auswahl bei 5G-Technik

Die Provider haben keine große Auswahl, wenn es um die Beschaffung von 5G-Anlagen geht. Neben den chinesischen Konzernen Huawei und ZTE und den beiden europäischen Wettbewerbern Ericsson und Nokia kann eigentlich nur noch der Samsung-Konzern aus Südkorea schlüsselfertige Anlagen liefern. Der deutsche Vorzeigekonzern Siemens war früher noch am Aufbau von 2G- und 3G-Mobilfunknetzen beteiligt. So stammte die Technik für das erste UMTS-Netz (3G) in Hongkong aus Deutschland. Siemens gelang es aber nie, das Geschäft wirtschaftlich auf ein stabiles Fundament zu stellen. So gab es erst ein Joint-Venture mit Nokia - und dann überließ Siemens das Know-how ganz den Finnen.

Chen zeigte sich zuversichtlich, dass Huawei letztlich am Ausbau der Mobilfunk-Netze in Deutschland weiterhin teilnehmen kann. "Nirgendwo scheint es Probleme mit unserer Technologie zu geben, warum sollte man uns verbieten?"

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