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HP entlässt bis zu 16.000 weitere Mitarbeiter

Der Umbau beim Computer-Riesen Hewlett-Packard sollte ursprünglich 34.000 Jobs kosten, doch das reicht nicht. Bis zu 16.000 weitere Stellen werden wegfallen. Der Umsatz schrumpft weiter, aber es reicht immer noch für mehr als eine Milliarde Dollar Quartalsgewinn.

24.05.2014, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Der Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) verschärft seinen Stellenabbau und will bis zu 16.000 weitere Jobs streichen. Damit könnten im Zuge des jahrelangen Umbaus insgesamt 50.000 Arbeitsplätze verschwinden. Die verstärkten Stellenstreichungen seien notwendig für die Wettbewerbsfähigkeit, erklärte HP am Donnerstag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das vergangene Vierteljahr. In dem Ende April abgeschlossenen zweiten Bilanzquartal sank der Umsatz um ein Prozent auf 27,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn erreichte 1,27 Milliarden Dollar nach knapp 1,08 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.

Zuletzt 9.000 Mitarbeiter in Deutschland

Welche Auswirkungen die neuen Sparpläne für Deutschland haben werden, steht einem Firmensprecher zufolge noch nicht fest. Das werde sich in den nächsten Wochen und Monaten konkretisieren. "Wenn es Auswirkungen für Deutschland haben sollte, hätte das fatale Folgen fürs Geschäft", sagte ein Vertreter der IG Metall. Erst im vergangenen Jahr hatte HP die Schließung des Standorts Rüsselsheim beschlossen, was etwa 1.100 Stellen kosten sollte. Darüber hinaus wurde im Winter bereits über weitere Stellenstreichungen verhandelt - laut IG Metall geht es noch einmal um Hunderte Arbeitsplätze. Die Leute würden in Deutschland aber gebraucht, sagte der Gewerkschafter. So arbeiteten gut 400 der Mitarbeiter aus Rüsselsheim inzwischen bei HP in Bad Homburg. HP beschäftigte in Deutschland zuletzt rund 9.000 Mitarbeiter.

Hewlett-Packard hat das Problem, dass die Kernbereiche des Traditionskonzerns - PCs, Drucker und Server - alle durch eine schwierige Phase gehen. Firmenchefin Meg Whitman versucht daher, HP in neue Geschäftsfelder zu bringen. So kehrte das Unternehmen wieder in den Tablet-Markt zurück, demnächst will der Konzern ins Geschäft mit 3D-Druck einsteigen. Eine Milliarde Dollar soll in den Ausbau von Cloud-Diensten investiert werden.

Der Umbau liege im Plan, betonte Whitman in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen. Aber HP sehe zusätzliche Möglichkeiten, Stellen einzusparen. Zudem gibt es personelle Veränderungen im Sparten-Management. Die frühere Ebay-Chefin ist seit Herbst 2011 bei HP. Sie hob hervor, dass die rapiden Umsatzrückgänge gestoppt seien.

Drucker-Geschäft trotz Rückgang hoch profitabel

Noch bestimmen die traditionellen Sparten das Geschäft. Im PC-Bereich gibt es nach den Einbrüchen des vergangenen Jahres immerhin Zeichen für eine Erholung. Der Umsatz mit Notebooks und Desktop-Rechnern stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent auf knapp 8,2 Milliarden Dollar. Dabei legte das Geschäft mit Unternehmen deutlich zu, während die Verbraucher erneut weniger kauften. Der operative Gewinn der Sparte war mit 290 Millionen Dollar erneut verhältnismäßig schmal.

Im Drucker-Geschäft sank der Umsatz zwar um vier Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Aber die Sparte ist mit einem operativen Quartalsgewinn von 1,14 Milliarden Dollar weiterhin hoch profitabel. Das Geschäft mit Servern schrumpfte leicht bei einem operativen Ergebnis von 961 Millionen Dollar.

Ende Oktober 2013 zählte HP 320.000 Mitarbeiter

HP nannte keinen Zeitraum, in dem die zusätzlichen 11.000 bis 16.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Das im Mai 2012 beschlossene Umbauprogramm sah bisher den Abbau von 34.000 Jobs innerhalb mehrerer Jahre vor. Weltweit bezifferte HP seine Mitarbeiterzahl Ende Oktober auf 320.000.

Die HP-Aktie sank nachbörslich um 1,5 Prozent. Der Umsatz war unter den Erwartungen der Analysten geblieben, während der Gewinn die Prognosen traf.

(Marcel Petritz)

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