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HP-Chef tritt nach Affäre mit Mitarbeiterin zurück

Der Chef des weltgrößten Computerherstellers Hewlett-Packard, Mark Hurd, ist überraschend zurückgetreten. Er stolperte über die Beziehung zu einer Mitarbeiterin.

07.08.2010, 10:20 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Eine Affäre hat den Chef des weltgrößten Computerherstellers Hewlett-Packard zu Fall gebracht. Mark Hurd trat am Freitag mit sofortiger Wirkung von allen seinen Posten zurück. Nach bisherigem Kenntnisstand hatte er eine Beziehung zu einer Mitarbeiterin angefangen. Sie sprach später von sexueller Belästigung.

Verstoß gegen Richtlinien

Der Vorwurf der sexuellen Belästigung habe sich nicht halten lassen, ließ HP wissen, wohl aber habe Hurd gegen die Richtlinien der Firma verstoßen. Interne und externe Ermittler hätten mehrere Zahlungen an die Frau gefunden, die nicht mit deren Arbeit in Zusammenhang gestanden hätten, sagte Chefjustiziar Michael Holston in einer Telefonkonferenz.

Es sei um Integrität gegangen und um Glaubwürdigkeit, begründete Holston den vollkommen überraschenden Abgang. "Es hatte nichts mit den Dollars zu tun." Die Frau habe zwei Jahre lang als externe Beraterin an Marketingprojekten mitgewirkt. Hurd habe eine enge Beziehung zu ihr gehabt und dies verheimlicht, sagte Holston in einer Telefonkonferenz. Den Namen gab der Chefjustiziar nicht preis.

Keine Alternative

"Das ist eine schmerzhafte Entscheidung für mich nach fünf Jahren bei HP", sagte Hurd in einer Mitteilung, "aber ich glaube, dass es schwierig für mich würde, als Chef bei HP erfolgreich weiterzuarbeiten." Der Rücktritt sei die einzige Entscheidung gewesen, die er und der Verwaltungsrat zu dieser Zeit hätten treffen können.

Die Unternehmensführung übernimmt für eine Übergangszeit Finanzchefin Cathie Lesjak. Sie wollen den Posten aber nicht dauerhaft übernehmen, stellte sie klar. Die Suche nach einem neuen Chef läuft bereits, HP bildete einen extra Ausschuss. "Wir schauen uns interne und externe Kandidaten an", sagte Verwaltungsratsmitglied Marc Andreessen.

Hurd hatte HP ohne größeren Schaden durch die Wirtschaftskrise gesteuert. Er hatte HP in seinen Jahren als Chef breiter aufgestellt mit einem starken Servicegeschäft und damit die Abhängigkeit von Druckern und Computern verringert, deren Preise jedes Jahr weiter fallen.

(Hayo Lücke)

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