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HP: Abmahnung von Greenpeace und Captain Kirk

Die Aktivisten der Umweltschutzorganisation forderten von dem PC-Hersteller einen Verzicht auf umweltgefährdende Stoffe in seinen Produkten. US-Schauspieler William Shatner unterstützte Greenpeace dabei.

31.07.2009, 08:01 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Der weltweite Klimawandel zwingt auch die IT-Industrie zum Umdenken. Mit Schlagwörtern wie Green IT, der grünen Informationstechnik, setzen die großen Hersteller unter anderem auf einen geringeren Energieverbrauch. IT-Hardware sollte zudem auch umweltverträglich sein, giftige Stoffe haben darin nichts zu suchen. Hardware-Hersteller HP hatte etwa 2007 zugesichert ab Ende dieses Jahres keine gefährlichen Stoffe mehr in seinen Computerprodukten zu verwenden. Doch die Realität sieht offenbar anders aus.
Greenpeace erinnert HP an gemachte Versprechungen
Nach Ansicht der Umweltschützer von Greenpeace benötigte der US-Konzern eine Erinnerung an sein gegebenes Versprechen. Aktivisten der Organisation kletterten auf das Dach der HP-Zentrale im kalifornischen Palo Alto und sprühten dort großflächig "Hazardous Products" (gefährliche Produkte) auf den Boden des Flachdachs. Zeitgleich erhielten alle HP-Mitarbeiter in dem Gebäude über ein automatisiertes System eine besondere Voice Mail. Diese Sprachnachricht hatte zuvor kein geringerer als der US-Schauspieler William Shatner, weltbekannt geworden als Captain James T. Kirk in der Serie "Raumschiff Enterprise", aufgezeichnet. Darin forderte Shatner die HP-Belegschaft auf, Druck auf die Konzernführung auszuüben. HP solle die Nutzung umweltgefährdender Stoffe endlich stoppen.
Apple & Co. gehen mit umweltfreundlichen Produkten voran
Die weltgrößten PC-Hersteller wie HP, Dell und Lenovo hatten im vergangenen Monat einen "Strafpunkt" im aktualisierten Greenpeace-Führer "Guide to Greener Electronics" kassiert. Die Konzerne hatten zugesagt, bis zum Ende dieses Jahres auf Stoffe wie PVC oder entflammbare Bromide zu verzichten. Neben der jetzigen, aufsehenerregenden Aktion will Greenpeace die Hersteller an ihre Zusagen auch über die Presse und das Internet erinnern. Ähnliche Aktionen hatte Greenpeace bereits bei den HP-Niederlassungen in den Niederlanden und China durchgeführt.
HP hat nach Angaben von Greenpeace die Realisierung seines 2007 gegebenen Versprechens von diesem Jahr auf 2011 verschoben. Der US-Konzern solle jedoch eher dem Beispiel von Apple folgen. Der Mac-Hersteller sei führend bei den Bemühungen Hardware ohne giftige Stoffe herzustellen. Dell, Lenovo und Acer machen es HP mit neuen Produkten ebenfalls vor: es geht auch ohne oder mit einer deutlich reduzierten Menge giftiger Stoffe. Greenpeace fordert Marktführer HP auf, wieder auf den zuvor geplanten Weg zurückzukehren und umweltgefährdende Stoffe bis zum Jahresende aus seinen Produkten zu verbannen.

(Jörg Schamberg)

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