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Host Europe übernimmt Webhosting-Anbieter Intergenia

Zwei der größten deutschen Hosting-Anbieter haben heute ihre Fusion angekündigt. Die in Köln ansässige Host Europe wird die ebenfalls in der Nähe von Köln ansässige Intergenia-Gruppe übernehmen, zu der auch Plusserver gehört.

17.12.2014, 18:00 Uhr
Netzwerk© TheSupe87 / Fotolia.com

Die Host Europe Group, größter europäischer Hosting-Anbieter in privatem Besitz, schluckt den Wettbewerber intergenia. Damit erwächst dem deutschen Hosting-Platzhirschen United Internet jetzt neben der Berliner Strato ein weiterer ernstzunehmender Konkurrent, der ebenso wie die United-Marke 1&1 das gesamte Spektrum von der privaten Homepage bis hin zum professionellen Server abdeckt.

Zahlen zur Übernahme über Londoner Börse durchgesickert

Zur Höhe des Kaufpreises haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart. Konkrete Zahlen waren teilweise am Mittwochmorgen der Pflichtmitteilung des bisherigen intergenia-Anteilseigners Oakley Capital an der Londoner Börse zu entnehmen. Danach wird der Gesamtwert von intergenia mit 210 Millionen Euro taxiert. Das Unternehmen Oakley Capital erhält für seinen Anteil 21 Millionen Euro in bar, dazu kommen Ausschüttungen der Fonds.

intergenia wurde 1999 gegründet und hat sich seitdem zu einem der führenden Anbieter von professionellen Webhosting- und Serverlösungen in Europa entwickelt. Das Unternehmen vermietet mit wachsendem Erfolg komplette Server-Lösungen und steht mit seinen Marken PlusServer, serverloft, Server4You und Unmetered.com auch für ein breites Spektrum von Webhosting-Produkten. Erst kürzlich hatte intergenia selbst mehrere Übernahmen bekannt gegeben. Außerdem betreibt intergenia mit datadock ein grünes Rechenzentrum.

Starker Konkurrent zu 1&1 entsteht im Hosting-Markt

Patrick Pulvermüller, Konzernchef von Host Europe, kurz HEG, feierte die Übernahme und kündigte eine europaweite Wettbewerbs-Offensive an: "intergenia ist Marktführer in seinem Gebiet und fügt sich sehr gut in das Portfolio von HEG ein." Durch die Übernahme will er die Position seines Unternehmens in Deutschland ausbauen und näher an den Branchenriesen 1&1 aus dem Rheinland-Pfälzischen Montabaur heranrücken. Die Zentrale der Holding HEG Co. GmbH befindet sich im rechtsrheinischen Köln, nur wenige Kilometer Luftlinie vom intergenia Hauptquartier im Kölner Vorort Hürth entfernt.

Auch beim Verkäufer herrscht offenbar große Freude über den Deal. "Wir sind außerordentlich stolz, künftig ein Teil von HEG zu sein. Durch den Zusammenschluss ergeben sich enorme Synergieeffekte und ich bin überzeugt, dass für uns eine spannende neue Ära anbricht", sagte Thomas Strohe, CEO von intergenia, nicht ohne sich bei seinem Team für die große Unterstützung zu bedanken. Für Kunden und Mitarbeiter soll sich zunächst nichts ändern.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Dem Hosting-Markt stünde ein weiterer starker Wettbewerber angesichts der herausgehobenen Marktstellung von 1&1 durchaus gut zu Gesicht. Größter Wettbewerber von 1&1 ist bisher die Tochter der Deutschen Telekom Strato in Berlin.

Host Europe (HEG) ist größter Domainregistrar in Großbritannien und verwaltet über sechs Millionen Domains. Das Unternehmen bietet über einer Million Konsumenten Massen-, Individual-, Managed- und Cloud-Webhosting Lösungen sowie Cloud-Software-Anwendungen an. Als Virtualisierungsanbieter bedient HEG mit ihren Marken 123-reg, domainFACTORY, Heart Internet und Host Europe auch viele Unternehmen in Großbritannien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien.

(Michael Frenzel)

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