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Horizont.net: Hulu drängt nach Deutschland

Das US-Videoportal Hulu plant offenbar eine baldige Expansion nach Deutschland. Derzeit sei das Unternehmen auf der Suche nach Partnern, berichtet der Mediendienst "Horizont.net".

28.11.2011, 14:52 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

"Klar werden wir kommen", sagte Hulu-Chef Jason Kilar im Februar 2010 mit Blick auf den deutschen Markt. Dies sei nur eine Frage der Zeit. Nun rückt die Verwirklichung der Expansionspläne offenbar ein gutes Stück näher. Nach Informationen des Medien-Portals "Horizont.net" ist Hulu derzeit auf der Suche nach Partnern, um baldmöglichst mit einer hiesigen Variante der Video-Plattform zu starten.

Schwierige Rechtesituation verzögert Expansion

Verantwortlich für den Start der deutschen Hulu-Tochter sind der für den internationalen Markt zuständige Hulu-Vorstand Johannes Larcher sowie der Berater und Branchenkenner Olaf Kroll. Diese stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Denn über den Erfolg der Plattform entscheidet neben der Preisgestaltung vor allem das Angebot. Und hier sind die Startbedingungen eher schlecht.

Hauptgrund ist Experten zufolge vor allem die komplizierte Rechtesituation in Deutschland. Viele Online-Lizenzen der Hollywood-Studios sind bereits vergeben oder werden zusammen mit den TV-Senderechten vermarktet - etwa an die Münchener ProSiebenSat.1-Gruppe, die das Video-On-Demand-Portal Maxdome betreibt. Und selbst abseits der klassischen Medienindustrie drängen finanzstarke Konkurrenten ins Geschäft: So hat Amazon den zu Jahresbeginn wieder übernommenen DVD-Verleih Lovefilm.de ebenfalls mit einem eigenen Streaming-Bereich ausgestattet.

Hulu ist daher fast zwangsläufig auf die Kooperation mit Lizenznehmern oder Rechtevermarktern angewiesen. Zunächst dürfte sich das hierzulande abrufbare Portfolio an Serien, Shows und Filmen jedoch vorwiegend aus hauseigenem Material der Eigentümer NBC Universal, News Corporation und Walt Disney zusammensetzen. Diese haben nach dem Scheitern des ursprünglich favorisierten Hulu-Verkaufs kaum mehr eine andere Wahl, als offensiv die Flucht nach vorn anzutreten. Ein zentraler Teil der künftigen Strategie wird es daher vermutlich sein, auch außerhalb der USA schnellstmöglich im wachsenden Streaming-Markt Fuß zu fassen.

(Christian Wolf)

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