Neues Gesetz

Honolulu führt Handyverbot auf Zebrastreifen ein

Wer in Honolulu über einen Zebrastreifen geht, sollte sich lieber nicht mit Handy, Tablet und Co. erwischen lassen. Wer das erste Mal dabei von der Polizei angehalten wird, zahlt ein Bußgeld von 35 Dollar. Wer häufiger erwischt wird, zahlt drauf.

Diana Schellhas, 25.10.2017, 17:35 Uhr (Quelle: DPA)
HandytarifeÜbertrieben oder gerechtfertigt: In Honolulu sind Handys auf Zebrastreifen verboten.© Maridav / Fotolia.com

Honolulu - Finger weg vom Handy auf dem Fußgängerübergang auf Hawaii: In der Stadt Honolulu kann der Blick aufs Smartphone für Fußgänger beim Überqueren der Straße künftig teuer werden. Als erste Stadt in den USA stellt Honolulu surfen, SMS schreiben oder ähnliche Ablenkungen durch elektronische Geräte auf dem Zebrastreifen unter Strafe, wie mehrere US-Medien berichteten. In Kraft trat das im Juli beschlossene Verbot am Mittwoch.

Strafe steigt bei mehrmaligem Verstoß

Beim ersten Mal ist ein Bußgeld von bis zu 35 Dollar (30 Euro) fällig, wird man mehrmals erwischt, steigt die Strafe auf bis zu 99 Dollar. Das Verbot gilt nicht nur für Handys und Smartphones, sondern auch für Tablets und Videospiele, berichtete "Hawaii News Now" im Internet.

Schätzung: Knapp 6.000 Todesfälle im Straßenverkehr

Ein Grund für das Gesetz ist die Zahl der getöteten Fußgänger im Straßenverkehr. Schätzungen der Bundesstaaten zufolge starben im vergangenen Jahr fast 6.000 Fußgänger auf US-Straßen. Sollten sich diese bestätigen, wären dies elf Prozent mehr als im Jahr zuvor, hieß es in einer Mitteilung der GHSA, einer Organisation der Verkehrssicherheitsbehörden der 50 US-Staaten.

Bürgermeister: Gesunder Menschenverstand fehlt manchmal

Kritiker bezeichneten das Handyverbot als Eingriff in das Privatleben und Überregulierung. Honolulus Bürgermeister Kirk Caldwell hatte bei der Unterzeichnung des Gesetzes im Juli gesagt, er wünsche sich manchmal, dass er gewisse Gesetze nicht erlassen müsse. "Ich wünsche mir, dass vielleicht der gesunde Menschenverstand siegt, aber manchmal fehlt uns der gesunde Menschenverstand."

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