Einigung?

Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag geplant

Während der Corona-Pandemie arbeiten viele Deutsche per Homeoffice. Die große Koalition plant laut "FAZ" eine steuerliche Entlastung für das Arbeiten zuhause. Doch profitieren wird wohl nicht jeder.

Jörg Schamberg, 30.11.2020, 12:17 Uhr (Quelle: DPA)
LaptopFür das Arbeiten im Homeoffice soll es eine unbürokratische Steuerentlastung per Pauschale geben.© WavebreakMediaMicro / Fotolia.com

Finanzpolitiker der großen Koalition haben sich nach einem Medienbericht auf eine Entlastung für Arbeitnehmer geeinigt, die in der Corona-Pandemie viel von zu Hause aus arbeiten müssen. Wie die "FAZ" berichtet, soll es eine Steuerpauschale von 5 Euro pro Tag geben, höchstens jedoch von 600 Euro pro Jahr.

Homeoffice-Pauschale wohl nicht zusätzlich zu Werbungskosten-Pauschale

Unklar ist demnach allerdings noch, ob sie neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gewährt wird. Wenn sie wie andere Werbungskosten behandelt würde, könnten nur diejenigen profitieren, die auf mehr als 1.000 Euro Werbungskosten kommen. Das Finanzministerium setzt sich nach einem aktualisierten Konzept, aus dem die "FAZ" zitiert, für diesen Weg ein. "Würde die Homeoffice-Pauschale unabhängig, also zusätzlich zum Werbungskosten-Pauschbetrag gewährt, wäre dies eine übermäßige (und damit verfassungsmäßig zweifelhafte) Begünstigung."

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird bei der Steuerberechnung pauschal vom Einkommen abgezogen für Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen, etwa Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder Weiterbildungen (sogenannte Werbungskosten). Damit sinkt die Steuerlast. Wer besonders hohe Werbungskosten im Jahr hat, so dass der Pauschbetrag überschritten wird, etwa durch einen weiten Arbeitsweg, muss dies geltend machen.

"Die Homeoffice-Pauschale ist die flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer - unbürokratisch und leicht nachvollziehbar", sagte der CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm der Zeitung: "Wir wollen als CSU diejenigen entlasten, die während der Pandemie von zu Hause aus Enormes geleistet haben." Brehm sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag auf Nachfrage, es gebe noch keine Einigung. Man befinde sich innerhalb der Unionsfraktion und mit dem Koalitionspartner SPD in der Abstimmung.

Bund der Steuerzahler: Homeoffice-Pauschale von 5 Euro am Tag sind guter Ansatz

Der Bund der Steuerzahler begrüßt die Idee, Beschäftigte im Homeoffice bei der Steuer zu entlasten. "Arbeitnehmer, die zu Hause arbeiten und deshalb auf private Ressourcen zurückgreifen, müssen dafür einen steuerlichen Ausgleich erhalten", sagte Präsident Reiner Holznagel der Deutschen Presse-Agentur. Man habe sich von Anfang für eine Werbungskostenpauschale von monatlich 100 Euro ausgesprochen. "Die 5 Euro am Tag sind also ein entsprechend guter Ansatz", sagte Holznagel mit Blick auf einen Bericht der "FAZ", wonach die Koalition eine entsprechende Entlastung für Arbeitnehmer plane, die von zu Hause aus arbeiten.

Update vom 30. November, 14.35 Uhr: Einigung in der Großen Koalition erreicht - Homeoffice-Pauschale auf zwei Jahre begrenzt

Die Finanzpolitiker der Koalitionsfraktionen haben sich nach Angaben des finanzpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Lothar Binding, auf vorübergehende steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer im Homeoffice verständigt. Man wolle die Möglichkeit eines pauschalen Abzugsbetrags von 5 Euro pro Tag für Steuerpflichtige im Homeoffice schaffen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Regelung solle aufgrund der Corona-Pandemie zunächst auf zwei Jahre begrenzt sein. "Ob solche Regelungen dauerhaft angelegt sein sollten, um der nach der Pandemie möglicherweise veränderten Arbeitswelt gerecht zu werden, sollte auf der erst dann möglichen Erfahrungsgrundlage in zwei Jahren entschieden werden", sagte Binding.

Binding nannte eine Obergrenze für die Pauschale von 500 Euro im Jahr. Dies entspreche der Nutzung des Homeoffice an 100 Arbeitstagen. Aus der CSU war zuvor die Zahl 600 genannt worden. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte am Montag, man befürworte eine solche Homeoffice-Pauschale. "Gerade die Leistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und vor allem der Eltern im Homeoffice bedürfen aus Sicht der Bundesregierung einer besonderen Unterstützung."

Der Chef der CSU-Bundestagsabgeordneten, Alexander Dobrindt, sagte der dpa, man wolle mit der Regelung die Homeoffice-Kosten beispielsweise für Strom, Telefon oder Internet steuerlich fördern, unabhängig vom Nachweis eines separaten Arbeitszimmers.

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