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Hohe Preise: Australisches Parlament lädt Apple, Microsoft und Adobe vor

Die australische Regierung wirft Apple, Microsoft und Adobe vor, ihre Produkte in Australien zu teuer zu verkaufen. Ende März müssen sich die Unternehmen nun vor einem parlamentarischen Sonderausschuss erklären.

11.02.2013, 17:46 Uhr
Apple© Apple

Apple, Adobe und Microsoft haben sich Ärger mit der australischen Regierung eingehandelt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Reuters" wird den Unternehmen vorgeworfen, die Preise ihrer Produkte in Australien künstlich hoch zu halten, obwohl der aktuelle Referenzkurs des australischen Dollars knapp über 1 US-Dollar liegt. Ein Parlamentskomitee soll nun klären, warum etwa ein iPad 4 in Australien rund 40 Dollar teurer ist als in den USA. Da sich alle drei Konzerne bislang wenig kooperativ zeigten, hat der seit Mai letzten Jahres mit der Untersuchung möglichen Preiswuchers bei australischen Hardware- und Software-Herstellern betraute parlamentarische Sonderausschuss nun eine formale Vorladung ausgesprochen.

Vorladung für den 22. März

Die IT-Giganten wurden darin aufgefordert, am 22. März in Canberra vor dem Gremium öffentlich Stellung zu beziehen und dort die Gründe für ihre Preispolitik offenzulegen. Allen bisherigen Einladungen hatten sowohl Apple als auch Microsoft und Adobe eine Absage erteilt. Während Apple darüber hinaus auch jegliche Stellungnahme ablehnte, reagierten Adobe und Microsoft jeweils mit schriftlichen Statements. Mit der offiziellen Einbestellung legen die Parlamentarier nun allerdings eine härtere Gangart ein: Weigern sich die Unternehmen weiterhin, den Weg nach Canberra anzutreten, drohen hohe Strafzahlungen oder sogar Gefängnisaufenthalte für führende Vertreter.

"Bislang haben die Firmen sich für ihre Abwesenheit gegenseitig die Schuld zugeschoben", sagt der Abgeordnete Ed Husic. Die eine habe gesagt, sie erscheine nur dann, wenn auch die andere aussage. "Deshalb haben wir nun ohne Umschweife erklärt, wir laden euch einfach vor", so Husic gegenüber "Reuters". Ende März soll Apple folglich verraten, warum etwa das iPad 4 WiFi mit Retina-Display und 16 GB Speicher für 539 australische Dollar verkauft wird, in den USA aber bereits für 499 US-Dollar zu haben ist. Noch größer fallen die Unterschiede beim MacBook Air aus: In Australien ist das 11-Zoll-Modell ab 1.099 Dollar erhältlich, US-Kunden zahlen hingegen ab 999 Dollar. Bei Microsoft stören sich die Abgeordneten unter anderem an der Preisgestaltung von Office 365 Home Premium, was Down Under für 119 Dollar gehandelt wird – 19 Dollar über dem US-Wert. Adobe langt beispielsweise bei Photoshop Lightroom 4 zu und bittet australische Käufer der Download-Vollversion mit 187 Dollar zur Kasse. In den USA kostet das Programm hingegen lediglich 149 Dollar.

Vor allem bei digitalen Gütern fordert die australische Regierung nun Antworten. "Verbraucher und Unternehmen fragen sich seit längerem, warum sie vor allem für Software so viel mehr zahlen müssen, obwohl es, wenn diese heruntergeladen wird, keine Liefer- und Verpackungskosten sowie nur geringen Arbeitsaufwand gibt", betont Husic. Vertreter der IT-Branche hatten hingegen wiederholt ungünstige Marktbedingungen sowie hohe Steuern und Lohnkosten für die Preisunterschiede verantwortlich gemacht.

(Christian Wolf)

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