BR-Rundfunkratschef

Höherer Rundfunkbeitrag zum Kampf gegen Populismus erforderlich?

Die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten sprechen sich für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags aus. Laut dem Vorsitzenden des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks koste Qualitätsjournalismus eben viel Geld.

Rundfunkgebühren© DOC RABE Media / Fotolia.com

Augsburg - Im Kampf gegen Populismus wirbt der Vorsitzende des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks (BR), Lorenz Wolf, für einen höheren Rundfunkbeitrag. "Um dem Populismus den Boden zu entziehen, braucht es journalistische Präsenz und Exzellenz auf allen Ebenen - verstärkt auch im Internet", schreibt Wolf in einem Gastbeitrag für die "Augsburger Allgemeine" (Freitag). Der kritische Umgang mit der Wirklichkeit in all ihren Nuancen verlange allen seriösen Medien enorme Anstrengungen ab.

Hoch qualifiziertes Personal benötigt

"Journalismus, der nicht auf Schnelligkeit setzt, sondern auf Qualität, kostet Zeit und Geld, um mit großer Sorgfalt und unvoreingenommen zu recherchieren und die Ergebnisse für alle Altersgruppen und Bildungsschichten verständlich aufzubereiten", so Wolf. Dafür brauche es hoch qualifiziertes Personal sowie ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Durchhaltevermögen.

Der Rundfunkbeitrag beträgt derzeit 17,50 Euro im Monat und pro Haushalt. Die Höhe ist bis 2020 festgelegt, wie hoch er danach sein soll, ist noch nicht beschlossen. Am 6. Juni wollen die Ministerpräsidenten der Bundesländer bei einem Treffen über Auftrag und Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio beraten.

Erhöhung des Rundfunkbeitrags darf kein Tabu sein

Wolf schreibt weiter, zu einer Schwächung seriöser Medien in ihrer Rolle als Diskussionsforen hätten auch die fortschreitende Digitalisierung sowie der weltweite Siegeszug der sozialen Medien und Internetplattformen beigetragen: "Verleger und Rundfunkanstalten sind zum Teil immer noch dabei, sich technisch, redaktionell und konzeptionell neu aufzustellen." Die digitale Transformation sei eine Jahrhundertaufgabe. "Wenn wir Qualität und regionale Vielfalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weiter erhalten wollen, darf eine Erhöhung des Beitrags - unabhängig vom Weg dahin - kein Tabu sein."

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Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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